Vom TSV Eintracht Immenbeck zum DFB-Sichtungsturnier

IMMENBECK. Die Fußballsaison war lang für Nicklas Lund (15) und Jasper Rump (14) und endete in dieser Woche mit dem Höhepunkt: In der Sportschule Duisburg-Wedau fand das fünftägige Sichtungsturnier des DFB statt.

Die Landesauswahlen traten dort im Turniermodus gegeneinander an. Die Scouts des DFB sichteten dort die besten Spieler Deutschlands. Lund und Rump landeten mit der Hamburger U-15-Auswahl auf Platz elf von 22 Auswahlmannschaften. „Das war am Ende der Saison nochmal ganz schön anstrengend“, sagt Lund. Für ihn war es schon das zweite Mal, dass er beim DFB-Sichtungsturnier war. Für Rump das erste Mal.

Die beiden haben mit vier Jahren beim TSV Eintracht Immenbeck mit dem Fußballspielen begonnen. Nun waren die Kumpels in der U-15-Regionalligasaison Gegner. Lund spielte für St. Pauli. Rump in dieser Saison für den Niendorfer TSV, davor war er drei Jahre beim Hamburger SV. Der Torhüter ist noch in Gesprächen mit anderen Vereinen. „Vielleicht spiel’ ich nächste Saison auch woanders“, sagt Rump.

Sein Werdegang ist recht ungewöhnlich. Sechs Jahre lang spielte Rump im Sturm. Dann ging er während einer Saison ins Tor, weil die Mannschaft keinen Torhüter mehr hatte. Und nur zwei Monate später lockte ihn der Hamburger SV. Jasper Rump ahnte von seinem eigenen Talent als Torhüter nichts. „Ich war vorher eigentlich nie im Tor, auch nicht mal aus Spaß im Training“, erzählt er. Nun ist der 14-Jährige sogar im Auswahlteam des Hamburger Fußballverbandes. Lund spielt auf der Sechser-Position oder in der Innenverteidigung.

Beim DFB-Sichtungsturnier wurde Lund in zwei Spielen auf der Sechs und in den anderen zwei Spielen in der Innenverteidigung eingesetzt. Rump spielte im Wechsel mit seinem Torwartkollegen. Gleich im ersten Spiel kassierten die Hamburger eine 0:3-Niederlage gegen Bayern I. „Das war ein gutes Fußballspiel“, sagt Lund. Die Hamburger hätten sich nicht verstecken müssen. „Die Gegentore resultierten nur aus individuellen Fehlern“, sagt Rump. Bayern I besteht aus Spielern aus den Leistungszentren der dortigen Bundesligisten. Im zweiten Spiel gewannen die Hamburger gegen Bayern II mit 3:2. Bei Bayern II spielen die besten Spieler der dortigen DFB-Stützpunkte. Die 0:1-Niederlage gegen Sachsen-Anhalt wurmt Lund noch immer. „Das Gegentor fiel nach zehn Sekunden. Gefühlt haben wir 24:2-Torschüsse abgegeben und die haben alles nur von hinten rausgebolzt“, sagt er. Gegen Mecklenburg-Vorpommern haben sie dann 4:0 gewonnen. „Kein Gegentor – ich war ja auch in der Innenverteidigung“, scherzt Lund lächelnd.

Manche Auswahlen spielen keinen guten Fußball, erzählen die beiden Talente, da würden sich einzelne Spieler nur selbst in den Vordergrund spielen. Bayern und Westfalen mit den Leistungszentrumspielern von Dortmund und Schalke seien immer die stärksten Teams. Hessen hat aber gewonnen.

Nun ist Urlaub. In zwei Wochen startet für die Auswahlspieler die Vorbereitung. „Ich bin froh, dass ich aus Niedersachsen komme. Die Hamburger haben dann immer noch Schule“, sagt Lund.

Quelle: Tageblatt – von Jan Bröhan