1. Herren: Chancenarmut beim hart erkämpften TSV-Heimsieg

IMMENBECK. Der erwartet harte Gang erwartete die Immenbecker Mannschaft gegen den gastierenden FC Oste/Oldendorf. Vor Anpfiff der Partie kreuzten bereits die 2. Mannschaften auf der Brune Naht die Schienbeine und der FC ging durch einen späten Treffer von Arthur Bastron mit 3:4 als Sieger vom Platz – da war richtig Musik drin. Ähnlich klangvoll versprach dann auch der Kick der 1. Mannschaften in der Bezirksliga zu werden.

Die Eintracht startet mit den Rückkehrern Kock und Usko auf der Bank, denn im Angriff darf Allrounder Schulz nach seiner bislang so torreichen Saison erneut an den Würfeltisch. Für Poppe und Mernik starten Youngster Luca Arndt und Philip Kröppelin im zentralen Mittelfeld.  Die Gäste müssen auf Keeper Martens verzichten, der in Estorf nach den kürzlichen Sturmfronten als Funkturm aushelfen muss. Für den FC, der in der Vorwoche in Bliedersdorf die ersten Zähler des Jahres sicherte, ist Mats Schilling nicht dabei, Wilshusen kommt diesmal von der Bank. Dafür gehen Gellert und Helmke von Beginn an in die Vollen. Schon früh wird allen Zuschauern klar, dass spielerische Highlights heute erneut Mangelware werden. Die Eintracht kommt giftiger in die Partie und zeigt sich vor allem bei langen Bällen auf Kevin Schulz gefährlich. Der FC steht hinten weitestgehens sicher und lässt kaum Kombinationsspiel zu. Nach vorne wird es gefährlich, wenn Neuzugang Elfers den bei Need for Speed so beliebten Nitro-Knopf drückt und für Rauchentwicklung an der Außenlinie sorgt. Die erste Hereingabe auf Kapitän Witz, der sich in der Kamin-Saison durchaus als Kubikmeter Holz tarnen kann, wird aber rechtzeitig geblockt (6.). Kurz darauf startet Witz zu früh und wird zurückgepfiffen, das ansonsten sichere Tor durch Elfers zählt nicht (11.). Offensiv war es das dann erstmal vom weißen Ballett. Die Immenbecker Innenverteidigung um Spielführer Schmidt und Jöran Blendermann lüftet im eigenen Sechzehner kräftig durch. Mit der ersten größeren Chance schnappt das Heimteam dann gierig zu. Schmidt tritt, warum auch immer, einen Freistoß aus dem linken Halbfeld gen zweiten Pfosten. Adressat: Kevin Schulz. Immenbecks Nummer drei steigt am höchsten und setzt den Ball wunderbar mit dem Kopf flach ins linke Eck. Der ansonsten sehr aufmerksame Keeper Tiedemann kann nicht eingreifen (19.). In der Folge übernimmt die Immenbecker Mannschaft weiter das Zepter. Richting brenzlig wird es aber weiterhin, wenn Standards ins Spiel kommen. Zunächst findet eine Lohmann-Ecke erneut Schulz‘ Schädel. Der platzierte Kopfball gegen die Laufrichtung wird vor dem sicheren Einschlag weggeprügelt (25.). Kurz darauf zielt erneut Schulz, erneut mit dem Kopf, einen guten Meter zu hoch (29.). Ansonsten spielt sich vieles rund um den Mittelkreis ab. Hier weiß Immenbecks Startelf-Debutänt Luca Arndt mit viel Ballsicherheit zu glänzen. Ob diese Ruhe an den zwei Valium vor jedem Anpfiff liegt? Auch der Ball zeigt sich mehr oder minder wenig kreativ und verbringt viel Zeit auf langen Erholungsflügen oder im Tor- bzw. Seitenaus. Kein Leckerbissen für die Ledergourmets auf den Zuschauerrängen. Die Immenbecker Front inkl. LKW-Horn darf  dann aber doch nochmal jubeln. Philip Kröppelin sieht den perfekt startenden Müsing und reißt das Feld mit einem Traumpass auf, wie MP23 seine Augen sonntags um 13:00 Uhr. Vor der Hütte setzt Till Müsing zum Heber an, der Abschluss erfolgt dann aber eher mit der Picke und unterwindet Tiedemann durch die Beine zur nicht unverdienten 2:0-Pausenführung. Jung-Schiedsrichter Spacht wählt eine souveräne, aber auch kleinliche Linie, die vor allem der Eintracht früh zwei schmerzende gelbe Karten einbringt. Nach der Halbzeit folgen drei weitere. Das Comeback der #Tretertruppe?

Alles neu macht der Wiederanpfiff: FC-Coach Hitzwebel verabreicht seinen Kickern das Comeback-Gen per Infusion und schon rollt die Walze wieder. Allerdings scheint der Immenbecker Strafraum wie einst Wien für das osmanische Reich zu sein – sie kommen einfach nicht rein. Über 45 Minuten kann die Eintracht trotz fleißiger Laufarbeit kaum noch für offensive Entlastung sorgen. Über den nun deutlich effektiveren Clement Peters lässt O/O das Leder schnell und flüssig laufen. Mit Tim Hildebrand kommt für den glücklosen Gellert zudem eine emotionale Komponente ins Spiel. Bis zum Sechzehner zeigt der FC mehr als gefälligen Fußball, aber Katze Bente muss lange auf seine ersten Ballkontakte warten. Einzelne Flanken segeln in die Arme des Schlussmanns. Für Immenbecks Schöngraf geht es nach Knöchelproblemen nicht weiter. Basti Papf rückt auf der Sechserposition hinein und schickt Arndt rechts in die Viererkette (51.). Wenig später müssen die bereits gelb verwarnten Kröppelin und Schulz weichen. Usko und Böttcher übernehmen (63.). Hitzwebel dreht zuvor für O/O ebenfalls nochmal am Personalkarussell und schmeißt Offensivkraft Wilshusen in den Ring (60.). Die Eintracht scheint sich trotz der Feldüberlegenheit der Gäste weitestgehend sicher zu fühlen, zu ungefährlich die bisherigen Aktionen. Aber dann scheppert es doch noch. Nach hartem Einsteigen von Müller gegen Helmke, kommt der Ball zu Witz. Die wuchtige Flanke kommt kurz hinter den Elfmeterpunkt, wo Wilshusen mit viel Tempo hochgeht uns sehenswert unten links einköpft (71.). Beginnt jetzt das große Schwimmen für Immenbeck? Die Antwort lautet eher nein! Chancen springen trotz der wirklich aufopferungsvollen Bemühungen der O/O-Spieler nicht mehr heraus. Sebastian Schmidt geht nach einem Antritt über links im Strafraum zu Boden, das war allerdings viel zu wenig und die Pfeife bleibt zurecht stumm (85.). Am Ende steht ein durchaus gerechter aber hart erkämpfter 2:1-Heimsieg für die Eintracht.

Fazit: Insgesamt kein wirklich schönes Spiel von zwei Teams, die sich auf Augenhöhe begegnen. Die Eintracht ebnet sich durch zwei schnelle Tore den Weg und sichert den Heimsieg durch eine aufreibende Arbeitsleitstung im gesamten Defensivverbund. Der FC Oste/Oldendorf spielt hier kein schlechtes Spiel, lässt nach vorne aber jegliche Durchschlagskraft vermissen. Sobald der richtige Torriecher wieder da ist, wird es für den FC auch wieder auf dem Punktekonto regnen. Wir wünschen viel Erfolg für die weitere Saison und freuen uns auf das Rückspiel. Kommende Woche ist die Eintracht beim Aufsteiger TSV Lamstedt im Einsatz, Anpfiff ist um 15:00 Uhr. Es wird diesmal kein Reisebus bereitstehen. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, M. Marbes, M. Schmidt, J. Blendermann, K. Schöngraf (ab der 51. Minute B. Papf), L. Müller, L. Arndt, P. Kröppelin (ab der 63. Minute R. Böttcher), M. Lohmann, K. Schulz (ab der 63. Minute R. Usko), T. Müsing

Tore (Vorlagen): 1:0 K. Schulz (19., Schmidt), 2:0 T. Müsing (41., Kröppelin), 2:1 E. Wilshusen (71., Witz)