1. Herren: Immenbeck ballert sich den Frust von der Seele

BOKEL. Nach mauer Performance in Otterndorf sitzt das Abstiegsgespenst der Eintracht doch gehörig im Nacken. Dazu kommt noch, dass mit Kevin Schöngraf (schwere Muskelverletzung) und Marcel Marbes (Fußverletzung) zwei Spieler das Spiel am Vatertag nicht ohne Blessuren überstanden haben. Für beide ist die Saison vermutlich vorbei. In Bokel steht für die Eintracht Wiedergutmachung auf dem Programm. Nach dem 5:1 im Hinspiel ist die Mannschaft von Volker Wiede zuversichtlich gegen den recht sicher dastehenden MTV auch auswärts zu punkten.

Glücklicherweise sind mit Kevin Schulz und Marvin Schmidt zwei wichtige Akteure wieder dabei und können die verletzungsbedingten Ausfälle kompensieren. Für den gesperrten Marco Mernik rückt Mirco Poppe in die Startelf. Kurz vor Anpfiff muss sich auch noch der angeschlagene Müsing abmelden und wird durch Tempospieler (schnell rennen = schnell müde) Usko ersetzt. Der zeigt sein Tempo direkt in der ersten Szene. Spielmacher Schmidt schickt einen Ball deutlich zu lang in Uskos Lauf. Der junge Bokeler Schlussmann Prehn kann die Murmel aber nicht sichern und lässt sie passieren. Aus wenigen Metern hat „Bossaura“ Usko keine Probleme, die Murmel ins leere Gehäuse zu schicken (1.). Der MTV muss hier ohne Schlüsselspieler Björn Bedürftig auskommen und findet gemäß dessen Nachnamen kaum ins Spiel. Die Eintracht ist hingegen eiskalt und nutzt die zweite Szene erneut schamloser aus, als „Fiete“ Raschke seine Snapchat-Follower. Ein missglückter Befreiungsschlag landet an Joni Schmidts gepflegtem Schuh. Aus 18 Metern lässt er Prehn mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck keine Chance – 0:2 (6.). In der Folge stabilisieren die Hausherren sich ein wenig, müssen gegen schnelle Immenbecker Spitzen aber immer wieder hinterherlaufen. Es folgen vier aussichtsreiche Szenen für die Eintracht, aber 2x Kock, Usko und Jonathan Schmidt verfehlen aus dem Strafraum das Gehäuse. Kurz vor der Pause belohnt Mirco Poppe sich dann für schwierige Wochen und einen engagierten Auftritt. Immenbecks Mentalitätsspieler Blendermann peilt mit dem Ball die Nordsee an, Kock verlängert gekonnt und Poppe startet durch. Trotz klaren Textilvergehens setzt „Mpoppé“ sich durch und trifft per Beinschuss zum verdienten 3:0 (36.). Noch kürzer vor der Pause ist dann Immenbecks Top-Scorer selber dran. Kock erobert an der Mittellinie den Ball, legt ihn sich die gewohnten 37 Meter vor und läuft allen davon. Vor der Kiste noch einmal durchatmen und sicher zum 4:0-Pausenstand einschieben (45.).

Nach Wiederanpfiff ist Nejerwan Ahmad als erster hellwach. Die Interception eines schlampigen Bokeler Passes wird zum Boomerang und der Traumpass setzt erneut Kock in Szene. Vor dem Tor flattern ihm diesmal die Nerven und die Murmel ziert sich am Gehäuse vorbei (46.). Mittlerweile dürfen auch die Immenbecker Ersatzspieler sich auf ihren Einsatz freuen. Böttcher, Fischer und Weseloh stehen nacheinander bereit und wollen auf der schnieken Anlage am Bätjerplatz mitwirken. Eben jener Fischer ist bekanntlich Abwehrmann und offensiv meist als Statist unterwegs. Diesmal ist alles anders: Kock verlängert einen Pass mit der Hacke auf Fischer, der sich ein Herz fasst. Sein Abschluss wird abgefälscht und kuschelt sich über den chancenlosen Prehn hinweg in die Maschen. Es ist das erste Pflichtspieltor in der 1. Mannschaft für den 21-Jährigen. Was das bedeutet ist ihm sicherlich klar … Den Schlusspunkt setzt dann erneut der bärenstarke Kock. Weseloh wackelt mit seinem beachtlichen Hintern einen Gegenspieler wie ein alternder Samba-Tänzer aus und bedient Kock im Strafraum, der hart und platziert ins lange Eck trifft (85.). Als Torjubel stelzt der Stürmer einen gewohnt holzigen Vorwärts- und Rückwartssalto in die Luft. Immenbecks Defensive um Schmidt, Blendermann, Dauerbrenner Leffler und „90-Minuten-Lunge“ Schulz liefert eine souveräne Partie ab und lässt keine Zweifel an diesem verdienten 0:6-Erfolg aufkommen. Keeper Bente trägt einen schmerzhaften Sonnenbrand auf seiner frisch rasierten Scheitelkerbe davon – AUA!

Jonas Kock steuert zwei Tore und zwei Assists gegen seinen Lieblingsgegner aus Bokel bei Foto Gundlack/Archiv

Fazit: Ein erstes Aufatmen – nicht mehr und nicht weniger. Immenbeck sammelt drei verdiente Punkte ein und kann mit einem Sieg im Nachholspiel am Donnerstag (beim FC Mulsum/Kutenholz, Anpfiff 19:45) einen enormen Schritt zum Klassenerhalt machen. Anschließend geht es mit 20 Mannen für das Pfingstwochenende zur Abschlussfahrt nach Düsseldorf. Es folgen zwei weitere Partien gegen den TSV Altenwalde (23.05.) und den TSV Otterndorf (26.05.)

Durch den Sieg des TSV Apensen hat die sympathsche Truppe vom MTV Hammah leider nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Der Team-Spirit beim MTV ist aber ohnegleichen, egal in welcher Liga. Für die Eintracht sieht es nach den Ergebnissen nun wieder deutlich besser aus. Danke an den MTV Bokel für die Gastfreundschaft. Wir würden uns freuen, auch im kommenden Jahr wieder am Bätjerplatz auflaufen zu können. Auf einen erfolgreichen Saisonendspurt. Für die Eintracht! Am Dienstag, dem 15.05. hat unsere 2. Herren die Möglichkeit gegen den Kreisligisten vom VfL Güldenstern Stade II ins Finale des Kreispokals einzuziehen. Tore gibt es bei der „Zweiten“ immer – also alle hin da. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, K. Schulz, M. Schmidt, J. Blendermann, T. Leffler, M. Poppe (ab der 63. Minute R. Böttcher), N. Ahmad (ab der 74. Minute T. Fischer), J. Schmidt, F. Raschke (ab der 77. Minute T. Weseloh), R. Usko, J. Kock

Torschützen (Vorlage): 0:1 R. Usko (1., J. Schmidt), 0:2 J. Schmidt (6.), 0:3 M. Poppe (36., J. Kock), 0:4 J. Kock (45.), 0:5 T. Fischer (79., J. Kock), 0:6 J. Kock (85., T. Weseloh)