1. Herren: MTV Hammah ringt die Eintracht nieder

HAMMAH. Bereits am Samstag gastierten die Immenbecker Kicker beim MTV Hammah. Die Blau-Weißen sind nach drei Siegen aus vier Spielen so etwas wie das Team der Stunde und profitieren vor allem von ihrem hervorragenden Teamgeist. Im Hinspiel behielt die Eintracht noch souverän mit 5:0 die Oberhand. Die Vorzeichen vor dem Rückspiel stehen nun deutlich anders.

Auf Immenbecker Seite ist Top-Scorer Jonas Kock leider urlaubsbedingt verhindert. Michael Stukenbrock muss kurz vor Spielbeginn den Daumen senken, der Rücken zwickt. Böttcher und Weseloh stoßen in die Startelf. Der gastgebende MTV ist in der Partie von Beginn an sehr präsent und hellwach, das ist nicht zu übersehen. Was ebenfalls nicht zu übersehen ist: auf dem vom langen Winter gebeutelten Spielfeld ist ein normales Fußballspiel nicht möglich, da Passrichtungen und Dribblings doch eher als grobe Richtlinien verstanden werden. Nichtsdestotrotz zeigt die Eintracht ein physisch schwaches und schläfriges Gesicht. Die ganz in rot gekleideten Akteure laufen in der ersten halben Stunde ausschließlich hinterher. Offensiv bekommt der MTV trotz Feldüberlegenheit und wackliger Immenbecker Defensive aber ebenfalls nicht wirklich etwas auf die Kette. Aber sobald ein Standard winkt, brennt der Baum. Dann rückt die Hammaher Schrankwand mit Lange, Wohlau und Co. in den Strafraum auf und will von Weisgerber bzw. Suckow bedient werden. Die erste Chance des Spiels ist eine lange Ecke, die ein verwaister Lange direkt aufs Tor bringt. Torhüter Meier ist auf dem Posten (20.). Kurz darauf gelingt es dem aufgerückten Staubsauger Tobias Jakob aus dem Gedränge eine Patrone knapp neben den langen Pfosten zu feuern (28.). Grund zum Jubeln gibt es wenig später erneut nach einem Eckball. Weisgerber serviert: Der Ball geht über Freund und Feind hinweg und hinter dem zweiten Pfosten lungert zum wiederholten Mal Benjamin Lange der überrascht den Schlappen reinhält, sich leicht selbst anschießt aber als Endprodukt einen vorzeigbaren Abschluss mit Torerfolg verbucht (35.). Die Immenbecker Körpersprache spricht Bände … Leider fehlt es der Mannschaft im ersten Durchgang komplett an Durchsetzungsvermögen und Fleiß, die es in einem so wichtigen und rein kämpferischen Match benötigt. Gefährlich wurde es nur einmal, als Kevin Schulz einen Böttcher-Standard aufs Gehäuse verlängert. MTV-Schlussmann Nino Wieters, der für die Partie extra die Dreharbeiten zur finalen Staffel von Game of Thrones, wo er den Bösewicht Ser Robert Clegane, alias den Berg, alias Ser Robert Kraft mimt, unterbrochen hat, sichert den Ball im Nachfassen. Die Führung geht trotz unansehnlicher Partie für den MTV absolut in Ordnung.

Umkämpfte Partie: Immenbecks Mernik gegen Torschütze Lange. Foto: Lütje

In Durchgang zwei ist der Immenbecker Mannschaft zumindest anzumerken, dass es einen kleinen Ruck gegeben hat. In den Minuten nach der Pause kann Hammah sich kaum noch befreien. Lange Bälle bleiben bei beiden Teams das Mittel der Wahl. Dann liegt der Ausgleich in der Luft. Nach einem Freistoß von Philipp Raschke wird der Kopfball von Marcel Marbes auf der Linie geklärt, bevor Weseloh mit dem Abpraller an Wieters scheitert. Der zweite Abpraller landet bei Immenbecks Schulz, der den geschlagenen Keeper überwindet, aber leider Lange auf der Torlinie anschießt (50.). Das wäre es direkt gewesen! In der Folge tut die Eintracht sich aber wieder sehr schwer, prallt immer wieder an den physisch starken MTV-Verteidigern ab. Wo die Eintracht wieder einmal sehr präsent ist: Im Scheckheft des Unparteiischen. Mit Marvin Schmidt, Marco Mernik, Marcel Marbes, Kevin Schulz und dem später eingewechselten Poppe hagelt es gleich fünf gelbe Karten. Offensiv bringt der MTV in Durchgang zwei aber selber auch nichts mehr auf die Straße. Meistens spielen die Teams sich lange Bälle wie bei einem extrem grobmotorischen Tennis-Match hin und her. Gefährlich wird es dann, wenn die Eintracht sich ruhende Bälle verdient. Nach Raschke-Flanke rauscht Schulz heran und schiebt den Ball im Sprung minimal am langen Pfosten vorbei (66.). Gleiches gilt kurz vor dem Ende für Raschke, der eine Böttcher-Flanke völlig frei über das Gehäuse legt (83.). Die Leffler, Poppe und Rückkehrer Blendermann sollen nochmal die letzten Kohlen für Immenbeck nachlegen, aber es soll nicht sein. Die Chance zur Vorentscheidung hat Hammah nur einmal. Der eingewechselte Matthias Meyer zwirbelt einen Freistoß fein wie einen ungarischen Spitzbart über die Immenbecker Mauer und zwingt Schlussmann Meier zum eingesprungenen Bauchklatscher (85.). Am Ende reibt die Eintracht sich vergebens aus und der MTV erkämpft sich leidenschaftlich einen wichtigen Heimsieg.

Fazit: Vermutlich eines der schwächsten Spiele der letzten Dekaden im Landkreis mit einem gierigen Gewinner aus Hammah. In Durchgang zwei hätte die Eintracht aufgrund des klaren Chancenplus den Ausgleich aber verdient gehabt. Überzeugt hat die Immenbecker Mannschaft dennoch zu keinem Zeitpunkt. Mit einer Prise Glück und viel Einsatzfreude erobert sich Hammah diesen Dreier. Kommenden Sonntag liegt für Immenbeck mit dem ASC Cranz-Estebrügge eine ganz harte Brotscheibe auf dem Teller. Anpfiff in Estebrügge ist im 15:00 Uhr. Der MTV Hammah läuft erneut zuhause gegen den FC Oste/Oldendorf auf. Wir wünschen gutes Gelingen. Immenbeck muss schleunigst weitere Punkte einsacken, um die Abstiegssplätze wieder deutlicher aus den Augen zu verlieren. Das Feld rückt zusammen. Herzlichen Dank an Marcus Lütje für die schicken Fotos zum Spiel. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: N. Meier, M. Marbes, K. Schulz, M. Schmidt, K. Schöngraf, R. Böttcher (ab der 71. Minute M. Poppe), N. Ahmad (ab der 84. Minute J. Blendermann), M. Mernik, P. Raschke, J. Schmidt, T. Weseloh (ab der 71. Minute T. Leffler)

Torschützen (Vorlage): 1:0 B. Lange (35., Weisgerber)