1. Herren: Eintracht gegen souveräne Wiepenkathener chancenlos

IMMENBECK. Die Kadersituation ist in Immenbeck deutlich entspannter, als in den Vorwochen. Gegen die offensivstarken Gäste der TSV Wiepenkathen 1. Herren entscheiden der abwesende Headcoach Wiede und Co-Trainer Dawideit sich für eine eher defensive Variante. Wiepenkathen begeistert in der aktuellen Saison mit variablem und effektivem Offensivfußball. Die Mannschaft von Frank Speer und Waldemar Meglin steht damit völlig zurecht in den Top 4 und darf sich berechtigte Aufstiegshoffnungen machen.

Mit der stimmungsvollen Tribüne im Rücken will die Immenbecker Mannschaft der wirbelnden Offensivreihe mit Top-Scorer Spreckels und Dauerbrenner Gurski entgegentreten. Angeführt von Kapitän Marvin Schmidt, steht die Immenbecker Abwehr von Beginn an vor großen Problemen. Besonders der filigane Cakar ist auf der rechten Außenbahn kaum einzufangen. Bereits nach sechs Minuten muss Schlussmann Bente hinter sich greifen. Gurski setzt sich außen clever durch und bedient den sträflich blanken Spreckels, der aus sechs Metern trocken trifft (6.). Für Entlastung kann bei einer überfordert wirkenden Immenbecker Mannschaft vorerst niemand. Robert Usko ist vorne auf sich allein gestellt, hängt so weitestgehend in der Luft. Die zentralen Raschke und Schmidt sind fast ausschließlich defensiv gefordert. Bei bestem Sommerwetter entfalten die Wiepenkathener ihre offensive Vielfalt in der ersten halben Stunde mehrfach. Nach 20 Minuten kommt Immenbecks Ahmad gegen Gurski an der Grundlinie zu spät. Der ausgefuchste Stürmer nimmt das harte Einsteigen und den berechtigten Elfmeter mit Kusshand an. Spreckels lässt sich nicht bitten und trifft aus eigener Sicht oben rechts (20.). Kurz darauf zeigt Schiedsrichter Bourkhis erneut auf den Punkt, diesmal wurde Cakar klar gelegt. Allerdings keime diesmal lautstarke Proteste auf, da der Sünder Poppe zuvor klar selber irregulär umgerissen wurde. Diskussionen auf dem Platz bringen aber in der Regel nichts, was auch gut ist. Bourkhis leitet die Partie schnörkellos und lässt keine Zweifel an seinen Entscheidungen aufkommen. Spreckels tritt wieder an und trifft wieder oben rechts (27.). Diesmal war Bente im richtigen Eck, jedoch chancenlos. Hattrick in 21 Minuten durch den Top-Torjäger der Bezirksliga Lüneburg IV. Nach diesem ausgiebigen Sektfrühstück nehmen die Gäste sich etwas zurück und verwalten das Ergebnis. Durch Einzelaktionen kommen noch zwei gefährliche Freistoßsituationen zustande, die von Cakar (38.) und Spreckels (43.) getreten werden, das Tor aber deutlich verfehlen. Immenbeck kann nach vorne nur in zwei Szenen auf sich aufmerksam machen. Usko bringt per Kopf eine Mernik-Flanke nicht aufs Tor (25.). Poppe versucht es aus der Distanz und nagelt den Ball knapp neben den linken vertikalen Aluminium-Pfeiler (36).

Frust auf Immenbecker Seite: Nach guter und intensiver Trainingswoche ist die Messe gegen den Favoriten bereits zur Pause gelesen. Dennoch steckt die Mannschaft nach Wiederanpfiff nicht auf und wirft offensiv nochmal alles in die Waagschale. Jonathan Schmidt dreht im Zentrum nochmal auf und entwischt Bewacher Berkholz ein ums andere Mal. Der Anschlusstreffer liegt in der Luft, als Schmidt Speer am eigenen Sechzehner den Ball abluchst. Einen blitzsauberen Querpass später muss Youngster „Fiete“ Raschke nur noch den Fuß hinhalten und tut das auch exzellent. Allerdings zeigt Keeper Meglin auf der Linie schnelle Beine und hechtet mit einer sensationellen Parade in das sichere Gegentor. Den Abpraller drückt Raschke noch mit der Hacke an den Außenpfosten (52.). Nach vorne muss der Gast nicht mehr allzu viel investieren. Mit dem schnellen Gurski und Spreckels sind aber weiterhin zwei starke Konterstürmer auf dem Platz. Das beweisen die beiden in eiskalter Manier in Spielminute 60. Ahad verliert im Spielaufbau den Ball. Gurski zieht das Tempo an und bedient Spreckels, der aus halblinker Position präzise ins lange Eck trifft (60.). Spätestens jetzt erleben die in schöner Zahl präsenten und gut gestimmten Zuschauer beider Lager die Vorentscheidung. Wie immer, wenn zwei emotionale Mannschaften aufeinandertreffen, nimmt die Gangart in den Schlussminuten nochmal zu. Bourkhis muss mehrfach in der Brusttasche wühlen und zückt insgesamt sechs Mal gelb. Bösartige und absichtliche Foulspiele waren aber nicht dabei. Die aufgeputschten Zuschauer tragen zur stimmungsvollen Begegnung mit reichlich Frotzeleien bei. Alles in allem: Ein Sinnbild des Amateurfußballs mit Spaß, kleinen Provokationen und einem engen Ringkampf mit der Gürtellinie. Nach dem Abpfiff sind solche Geschichten vergessen und die sportlich bessere Mannschaft holt sich die Punkte. Immenbeck kommt durch Schmidt gegen Ende nochmal zu einem echten Hunterprozenter. Meglin reagiert beim wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz glänzend (65.). Raschke versucht es wenig später nochmal aus der Distanz (67.) und verfehlt knapp. Jonas Kock stürmt mittlerweile für den angeschlagenen Marbes (ab 53.). Mit Böttcher und Schulz legt Trainer Dawideit später noch zwei offensive Patronen nach. Nachdem der starke Schmidt nochmals im Gewühl an Abwehrbeinen scheitert, ist das offensive Aufflammen der Immenbecker erloschen (78.). Der Ehrentreffer wäre am Ende verdient gewesen. Wiepenkathen hat in Halbzeit eins lecker vorgekocht und genießt das Mahl in Durchgang zwei im Schongang. Lediglich Spreckels Freistoß aus guten 30 Metern zwingt Bente noch einmal zum Tätigkeitsnachweis (74.). Am Ende sichern die Favoriten sich mit 0:4 (0:3) zurecht die drei Punkte.

Jannik Spreckels (rechts) ist mit vier Treffern der Mann des Tages. Foto: Meier

Fazit: Immenbeck lässt in Durchgang eins die gewünschte und gegen Estebrügge so präsente Moral und Einsatzfreude missen. Dreißig bockstarke Minuten des TSV Wiepenkathen später sitzt das Kind bereits tief im Brunnen und strampelt. Dass die Gäste individuell besser besetzt sind, ist jedem klar. Dennoch hatte die Immenbecker Truppe sich vor dem Spiel vorgenommen, ähnlich leidenschaftlich dagegenzuhalten, wie noch im Hinspiel. Durchgang zwei versöhnt in offensiver Entlastung ein wenig, soll aber nicht die insgesamt uninspirierte Leistung schönen. Dem TSV Wiepenkathen gratulieren wir herzlich zu verdienten drei Punkten und der guten Ausgangsposition im Aufstiegsrennen. Macht was draus! So blöd es klingt: Gegen den TSV wären Punkte gut und wichtig gewesen, allerdings auch kein absolutes Muss. Immenbeck steckt unten mit drin, hat bei sieben verbleibenden Partien aber noch sechs direkte Duelle im Keller. Es heißt die Hausaufgaben mit Sternchen zu machen. Wir haben alles in eigener Hand. Kommenden Sonntag gastiert die Mannschaft bei der SV Drochtersen/Assel III. Anpfiff ist um 15:00 Uhr in Assel (Stand jetzt). Im Anschluss beginnen die englischen Nachhol-Wochen. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, M. Marbes (ab der 53. Minute J. Kock), M. Schmidt, K. Schöngraf, T. Fischer, N. Ahmad, M. Mernik, J. Schmidt, P. Raschke (ab der 69. Minute R. Böttcher), M. Poppe, R. Usko (ab der 77. Minute K. Schulz)

Torschützen (Vorlage): 0:1 J. Spreckels (6., Gurski), 0:2 J. Spreckels (FE, 20., Gurski), 0:3 J. Spreckels (FE, 27., Cakar), 0:4 J. Spreckels (60., Gurski)