U15-Landesliga: JSG HAI verschenkt sicher geglaubten Sieg

Este 2012 – JSG HAI 2:2 (0:2)

Die Haie befanden sich noch im kollektiven Tiefschlaf, als Este 2012 in der ersten Spielminute unbedrängt auf das Tor von Philip Dammann zustürmte und der frühe Rückstand nur dank einer Glanzparade des JSG-Keepers verhindert werden konnte. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Este störte früh, ging aggressiv in die Zweikämpfe, so dass die Haie nicht dazu kamen, ihr gefürchtetes Kombinationsspiel aufzuziehen. So bedurfte es in der 11. Minute einer Ecke von Jakob Schuback, die Timon Ewert direkt abnahm und zum 1:0 in die Maschen hämmerte. Danach übernahm die JSG zunehmend das Kommando, es sah nun alles danach aus, als würde der Tabellenführer frühzeitig alles klar machen. In der 30. Minute setzte sich Jakob Schuback technisch gekonnt an der Grundlinie gegen zwei Verteidiger durch, schaute schulmäßig noch einmal in den Rückraum und sah Alex Wagner, der ungehindert zum 2:0 vollenden konnte.
Nach der Pause ging der Spielfluss auf beiden Seiten fast gänzlich verloren, allerdings war der pingelig pfeifende Schiedsrichter daran nicht ganz unbeteiligt. Es wurden Szenen abgepfiffen, die im Fußball völlig normal sind. Die Haie versäumten es in dieser Phase, die endgültige Entscheidung herbei zu führen. Dann passierte, was passieren musste. In der 60. Minute kam der stets gefährliche Erik Paulig am Sechzehner zum Schuss, traf den Innenpfosten, nur noch 2:1! Die Partie war plötzlich wieder offen, doch Este fehlten am heutigen Tage die spielerischen Mittel, um das Spiel noch einmal zu drehen. Auf der Gegenseite scheiterten Timon Ewert und Jakob Schuback gleich mehrmals am guten Este-Keeper. Nach 70 Minuten reckte der Schieri drei Finger in die Höhe, die Nachspielzeit. Obwohl es keinen erkennbaren Grund dafür gab, ließ er immer weiter spielen. In der siebten (!) Minute der Nachspielzeit gab er dann noch einen Freistoß für Este, kurz vor der Strafraumgrenze. War es überhaupt einer? Timon meckerte, der Schieri pfiff. Erik Paulig von Este dachte, der Ball sei freigegeben, lief an und knallte den Ball weit über das Tor. Wiederholung und gelbe Karte für Timon! Paulig nahm diesmal besser Maß und der Ball flog wie in Zeitlupe ins linke obere Dreieck. Das glückliche 2:2. In der 78 Spielminute!. So etwas hatte man im gut besuchten Wenzendorfer Waldstadion noch nicht gesehen! Spieler und Haie-Fans waren wie paralysiert und schüttelten nur noch die Köpfe. Auch die Este-Anhängerschaft konnte es nicht fassen. Dann schallte es nicht ganz ohne Ironie über den Platz: “So, jetzt kannst Du abpfeifen”!