1. Herren: Big Points auf der Brune Naht – Heimsieg gegen Mu/Ku

IMMENBECK. Mit dem favorisierten Dreierpack aus Stinstedt, Estebrügge und Wiepenkathen vor der Brust und der immer enger zusammenrückenden Bezirksliga-Tabelle im Rücken, ist die Eintracht zum Punkten verpflichtet. Zu Gast ist mit dem FC Mulsum/Kutenholz das aktuelle Tabellenschlusslicht der Liga. Dass der FC eigentlich nicht zwingend dorthin gehört, zeigt ein Blick auf die bisherigen Partien mit engen Spielverläufen und einer schon fast tragischen Entwicklung was das Spielglück angeht.

Auf dem Immenbecker Kunstrasen startet die wichtige Begegnung vor gut 90 Zuschauern. Immenbeck verzichtet nach der starken Leistung gegen die VSV auf personelle Änderungen und stellt lediglich das System um. Die Gäste aus Mulsum/Kutenholz reisen mit neuem, alten Trainer aber ohne Top-Stürmer Martens an. Die Teams bewegen sich seit geraumer Zeit auf Augenhöhe und das darf auch in diesem Schlagabtausch erwartet werden. Den ersten Warnschuss feuert Immenbecks Jonas Kock ab. Im Kasten passen „die längsten Gräten der Geest“ in persona Nico Meyer aber gut auf (2.). In der Folge entwickelt sich eine muntere Partie mit Chancen auf beiden Seiten und fairen aber intensiven Zweikämpfen. Beim FC wird es immer dann gefährlich, wenn Seidel und Martin Gerken über rechts den schnellen Jonas Willenbockel in Szene setzen. Die erste scharfe Hereingabe verpasst Junior Niklas Gerken nur knapp (9.). Im Gegenzug ist Immenbecks Youngster Papf dran. Mörtel-Maik Lohmann spielt entfesselt auf dem rechten Flügel auf und luchst Bewacher Heins den Ball im Aufbau ab. Den scharfen Querpass verfehlt der diesmal im linken Mittelfeld aufgebotene Papf minimal in zentraler Position (19.). Die bis dahin beste Chance des Spiels bekommt im Anschluss FC-Stürmer Jonas Willenbockel, erneut nach feiner Zubereitung auf der rechten Kochinsel. Aus spitzem Winkel feuert der Blondschopf den Ball gen langes Eck. Immenbecks Bente zuckt mit einer Robo-Dance verdächtigen Schulter-Oberarm-Bewegung und kann den Einschlag gerade noch verhindern (25.). Es geht hin und her, gerade die zentralen Immenbecker Lennart Müller und Luca Arndt sind gegen die Gerken-Brüder und Marvin Bednarz immer wieder gefordert. Das Abwehrzentrum der Eintracht steht wie gewohnt sicher und sorgt in Form vom sprunggewaltigen Blendermann für die klare Lufthoheit. In Spielminute 33 sorgt die Eintracht dann mit einem leckeren Angriff für die Führung. Lohmann schickt Kock nach rechts auf die Reise. Der schnelle Stürmer dringt in den Sechzehner ein und legt in den Rückraum. Der aufmerksame FC-Spielführer Steffens wittert den Braten und bekommt noch ein Bein an den Ball, allerdings nur halbgar. So fällt die Murmel dem eingerückten Basti Papf auf den Spann, der Keeper Meyer mit einem harten Flachschuss ins linke Eck überwindet (33.). Herzlichste Glückwünsche für unseren 17-jährigen Shooting-Star zu seinem ersten Tor überhaupt im Herrenbereich! Vor dem Pausenpfiff bleibt das Bild dann weitestgehend unverändert. Die Immenbecker bekommen in der Defensive die nötige Stabilität hin. Die Viererkette mit Schöngraf, Blendermann, Schmidt und dem gierigen Mernik ist nun voll da. Als der Schiedsrichter schon verdächtig auf die Uhr schaut, sind die Immenbecker nochmal eiskalt da. Lohmann spielt die Ecke zunächst kurz auf den freien Blendermann, dessen spektakulärer Seitfallzieher den Ball leider nur streift. Mu/Ku-Spieler Müller klärt den Ball nach außen, wo Lohmann den Rebound dankend aufnimmt. Die zweite Flanke kommt halbhoch an den kurzen Pfosten. Trüffelschwein Blendermann wittert die Leckerei als Erstes und bringt sich in Position. Der technisch feine Kopfball und schon fast magische Kopfball vom „kleinen Blendini“ ist für Meyer aus der Distanz nicht zu halten (44.). Immenbeck nutzt zwei der drei guten Chancen aus. Aber auch der FC hätte aus den guten Möglichkeiten durchaus einen Treffer erzielen können. Wo wir wieder beim Spielglück sind…

In Durchgang zwei versuchen die Gäste nochmals viel. Der Ball läuft gut, statt Seidel wirkt nun René Mehrkens auf der rechten Seite mit. Allerdings schafft die Eintracht es mit viel Ruhe und klaren Aktionen für das frühe Ablöschen jeglicher Brandherde zu sorgen. Wo der Gegner höher steht ergeben sich auch immer größere Räume für die Offensivabteilung. Der durch eine starke Erkältung gebeutelte Kock und Stadionheft-Star und Hackenfetischist Raschke liefern wieder eine engagierte und vor allem intensive Leistung ab. Leider springen aus den vielen guten Ansätzen zu wenig konkrete Aktionen heraus. Gerade FC-Abwehrmann Sjard Steffens spielt aus Stümrersicht immer wieder den Stinkstiefel und klärt in höchster Not. Dann beginnen für Immenbeck dramatische zehn Minuten. Torschütze Papf verdreht sich beim Dribbling das linke Knie – hoffentlich nichts Ernstes (66.). Kevin Schöngraf knickt bei der Ballannahme unglücklich um (72.). Und Jöran Blendermann riskiert beim drohenden Eckball-Nachschuss alles und muss einen schmerzhaften Unterleibstreffer hinnehmen (74.). Für alle drei geht es nicht weiter. Die Chance für Mu/Ku? Immenbeck reagiert mit den Einwechslungen von Philip Kröppelin, Marcel Marbes und Thomas Fischer. Alle drei fügen sich nahtlos ein und besonders Marbes sorgt mit schnörkellosen Defensivaktionen dafür, dass die Gäste keine Torgefahr mehr entwickeln können. Die Gäste versuchen nochmal alles, reihenweise Flanken segeln ohne Abnehmer durch den Strafraum. Die besten Immenbecker Konter vergeben Kock und Raschke nach feiner Kombination (65.). Der aufgerückte Lennart Müller wackelt zwei Mu/Ku-Spieler aus, verpasst dann aber das Abspiel. Den Abschluss kann Meyer problemlos sichern (77.). Die beste Chance folgt wieder nach einem ruhenden Ball. Lohmann serviert und Marbes wuchtet per Schädelabnahme drauf. Meyer steht goldrichtig und reißt die Fäuste hoch. Den Abpraller kann Marbes nur über das Tor blocken (88.). Besonders lobenswert: Die bockstarken Kraftfußballer Mernik und Lohmann sorgen mit dynamischen Vorstößen immer wieder für wichtige Entlastung. Abpfiff.

Fazit: In einer ausgeglichenen ersten Hälfte profitiert die Immenbecker Mannschaft von der guten Chancenverwertung. Die Gäste sind keineswegs die schlechtere Mannschaft, können aber keinen eigenen Treffer beisteuern. Nach Wiederanpfiff verwaltet die Eintracht diszipliniert und souverän das Ergebnis. Mu/Ku steckt bis zum Spielende nicht auf und investiert erneute eine Menge an Aufwand. Die Mannschaft von Ulrich Willenbockel hat am Ende aber auch Glück, dass die Immenbecker ihre Konter zu leichtfertig vergeben und damit auch ergebnistechnisch alle Zweifel ausräumen. Unter Gesamtbetrachtung der 90 Minuten geht der Sieg in Ordnung. Wir drücken dem FC weiter die Daumen. Mit der gewohnt starken Einstellung und dem Mu/Ku-Spirit werden sie sich das Spielglück zurückholen. Kommende Woche tritt der FC zuhause gegen den FC Oste/Oldendorf an. Unsere Eintracht kann mit nun 18 Punkten wieder einen kräftigen Atemzug nehmen, muss sich aber auch gegen die vermeintlich Großen behaupten. Die harten Wochen starten am 11.11.2018 bei der SG Stinstedt. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, M. Mernik, M. Schmidt, J. Blendermann (ab der 74. Minute M. Marbes), K. Schöngraf (ab der 72. Minute T. Fischer), B. Papf (ab der 66. Minute P. Kröppelin), L. Müller, L. Arndt, M. Lohmann, P. Raschke, J. Kock

Torschützen (Vorlage): 1:0 B. Papf (33., Kock), 2:0 J. Blendermann (44., Lohmann)