1. Herren: Derbypleite zum Auftakt – VSV zu stark für die Eintracht

IMMENBECK. Man kann von Glück sagen, dass die Schlechtwetterfront rechtzeitig das Weite suchte, denn am Ende waren mehr als 250 Zuschauer heiß auf das Saisoneröffnungs-Derby zwischen der Eintracht und der 1. Herren der VSV-Hedendorf-Neukloster in der Bezirksliga Lüneburg IV. Rund um den Spieltag veranstaltete die Eintracht eine kleine Tombola zugunsten der Jugendabteilung, die es auch bei einigen weiteren Heimspielen im ganzen Jahr geben wird. Vorbeischauen lohnt sich also immer…

Unter die Fans hat sich diesmal auch ein besonderer Zuschauer geschmuggelt. Groundhopper Max Schleth sammelt Fußballplätze und reist dafür durch Deutschland. Bei der Eintracht kündigte er sich vorab via Social Media auf der Immenbecker Brune Naht an. Im vergangenen Jahr besuchte Schleth fast 270 Live-Spiele in allen Ligen – dickes Brett Kollege!

Und wir gehen rein in die Partie. Liveticker-Papst Studer wischt sich noch die Reste der pflegenden Vaseline von den schwieligen Händen, dann kann es auch für die Online-Community losgehen. Immenbeck muss leider direkt zu Saisonbeginn auf zahlreiche Stammkräfte verzichten und die Kräfte bündeln. Vor der Abwehr muss erneut Silberrücken Rump in die Bresche springen. Malte Christiansen und Dustin Goltz von der 2. Herren unterstützen das Team dankenswerter Weise von der Bank. Die Partie beginnt verhalten, die Eintracht ist um Ordnung und Ruhe bemügt, während die VSV-Kicker angeführt von den starken Arlt und Schröder keinen Zweifel an der Favoritenrolle lassen. Den ersten Warnschuss gibt Dennis Maschmann, eins in der Eintracht-Schmiede, aus guten 30 Metern ab. Bente liefert souverän den ersten Tätigkeitsnachweis (4.). Bente zeigt sich schon früh in Bestform und pariert in der Anfangsphase gegen Scheppeit (11.), Schröder (18.) und Arlt (19.). Offensiv hängt Immenbecks „Keilriemen“ Kock noch in der Luft, wie ein Feigenblatt im Sommerwind. Zu groß sind die Abstände im vorderen und mittleren Drittel. Die Eintracht läuft schließlich einmal zu oft hinterher Scheppeit schließt ab und Bente klärt zur Ecke. Den Flankenball scheitelt Sonnabend mustergültig auf den einlaufenden Sven Holst der frei nach dem Motto: „Holsten knallt am dollsten“ einköpft. (22.). Standardtore sollten gegen Spitzenteams tunlichst vermieden werden… Kurz darauf wagt die Immenbecker wacklig wie ein Windelkind die ersten Schritte nach vorne – und es wird prompt gefährlich. Youngster Raschke kommt über halbrechts an den Ball und kloppt aus spitzem Winkel drauf. Im Tor steht jedoch Kante Krause, der zum Warmmachen noch vier Betonpfeiler unter der B73-Brücke abgrätscht, bevor er den Ball an den Pfosten wischt (26.). Der Keeper erlebt im Anschluss einen ruhigen Abend und vertreibt sich die Zeit mit Tontaubenschießen per Vollspann. Optisch ist Immenbeck nun etwas besser drin, schlussendlich aber immer noch zu passiv. Der VSV-Express schaltet nun in Richtung Pause einen Gang runter und verpasst zeitgleich durch den Grätsch-Schuss von Schröder neben das Ziel die höhere Führung (33.). Die erste Karte in einer fairen, aber nickeligen Partie holt RV Gladbach sich für ein rüdes Einsteigen gegen Michael Rump an der Mittellinie (39.). Die 2:0-Pausenführung servieren die Immenbecker ihren Gegnern dann höchstpersönlich. Nach Fehler im Spielaufbau kommt Arlt an den Ball. Scheppeit war aus der Gasse noch gar nicht wieder draußen und enteilt den bis dato wachsamen Bewachern Schmidt und Schulz. Arlts Zuckerpass schiebt er schließlich platziert an Bente vorbei (45. + 3).

Die Gäste aus Hedendorf waren in den meisten Szenen obenauf. Foto: R. Schmietow

Nach Wiederanpfiff ändert sich das Bild nicht, Immenbeck zeigt gute Ansätze, ist aber über außen zu ungefährlich und insgesamt viel zu ideenlos. TSV-Exportschlager Ahmad zeigt auf rechts zwar hin und wieder exklusive Skills am Ball, erinnert dabei aber zu oft an das Repertoire von FIFA Street 2003 – ohne Gamebreaker. Die Ortsnachbarn machen es besser und sorgen per schnellem Doppelpack schließlich für die endgültige Entscheidung. Zunächst entwischt Sonnabend über links Bewacher Fischer, des bis dahin eine starke Leistung abliefert und bedient Scheppeit mustergültig. Der blonde VSV-Bomber bewegt sich gut zwischen die Gegenspieler und trifft trocken zum 0:3 (50.). Gleiches im Anschluss über die andere Seite. Immenbecks Lennart Müller lässt auf seiner Position bis dahin wenig zu, dann enteilt der eingewechselte Schlöffel. Die scharfe Hereingabe drückt erneut Scheppeit zum 0:4 ins Gehäuse (62.). Beim TSV wird jetzt nochmal gewechselt, um das Ergebnis zumindest etwas ansehnlicher zu gestalten. Usko, Böttcher und Christiansen kommen für den angeschlagenen Kock, Ahmad und Rump (63. – 72.). Die Eintracht spielt in der letzten halben Stunde mit der Hand auf der Herdplatte. Offensiv weiterhin vor allem in Person von Joni Schmidt bemüht. Immenbecks dribbelstarker Sechser drückt L2 und tanzt drei VSV-Spieler aus. Der Abschluss aus 25 Metern geht dann aber deutlich drüber (68.). Grundsätzlich reicht der Hedendorfer Abwehrreihe um Kapitän Gorgs, Maschmann und das personifizierte clevere Foul Blohm heute schonende Garung für das optimale Ergebnis. Gerüchten zufolge ließ Blohm sich später im Freudenhaus für Freigetränke sogar am Tresen clever foulen. VSV-Obmann Stobbe machte gegenüber der Redaktion dahingehende Andeutungen. Auf dem Feld wehrt Immenbeck sich weiter nach Kräften. Marvin Schmidt jagt seinen Gegenspieler über das eigene Schienbein und sieht eine der seltenen gelben Karten (48.). Nebenmann Schulz peitscht über das Feld wie Bastian auf Fuchur durch die unendliche Geschichte, kommt aber ohne neue Verwarnung in seinem Diddl-Sammelheft davon. Die Gäste haben zum Spielende hin noch Möglichkeiten auf ein deutlicheres Ergebnis. Mercan überrascht sich selbst, als er einen Fehlpass direkt in eine Schuss transformiert. Bente macht im Kasten den Pulpo und streckt seine gefühlten acht Arme nach dem Ball aus, kann den Einschlag am Pfosten aber nicht verhindern (75.). Kurz darauf scheitert Mercan in aussichtsreicher Lage an Bente (77.). Den Schlusspunkt setzt Sven Schlöffel der wie ein rothaariger Arjen Robben über rechts in die Mitte zieht und mit links den langen Knick anvisiert. Die Murmel klatscht ans Kreuzeck (87.). Kurz darauf pfeift der souveräne Schiedsrichter Bourkhis die Partie ab.

Fazit: Das Ergebnis ist verdient und geht so leider auch in der Höhe in Ordnung. Die Eintracht hat diesmal nicht das richtige Mittel zur Gegenwehr gefunden und startet mit der 0:4-Derbypleite in diese sicherlich schwere Saison. Die VSV werden ihrer Favoritenrolle gerecht und starten mit dem erhofften Dreier in die Spielzeit. Nach der Partie hielt es viele Fans und Spieler noch bis lange nach Mitternacht auf der Sportanlage, bevor sich viele Kicker in der lokalen Diskothek einfanden und den bis auf das Ergebnis gelungenen Spieltag abschlossen. Kommende Woche tritt die Eintracht auswärts beim FC Oste-Oldendorf an. Achtung: Anpfiff ist erst um 17:00 Uhr in Estorf. Die Hedendorfer Jungs empfangen zuhause um 15:00 Uhr den ASC Cranz-Estebrügge zum nächsten Kracher. Wir wünschen dem Team von Jörg Steffens und Frank Scheppeit viel Erfolg für den weiteren Saisonverlauf. Fette Props noch an Rolf Schmietow für die hochkarätigen Schnappschüsse) Ein dickes Dankeschön geht noch an unserer Immenbecker Team im Sporthaus, die dem Ansturm fantastisch gerecht wurden und für tolle Rahmenbedingungen sorgten. Danke an Monika, Günther (A. und C.), Koschi, Dirk und das Verkaufsteam. Für die Eintracht!

Vorab konnte unsere 2. Herren sich nach spannendem Match mit 2:1 gegen die 3. Herren der VSV durchsetzen. Tore: 2x Endruhn. Unsere U23 musste sich am Sonntag darauf gegen die 4. Herren des Ortsnachbarn leider mit 2:3 geschlagen geben. Tore: Wulff, Sobbe

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, L. Müller, M. Schmidt, K. Schulz, T. Fischer, M. Poppe, J. Schmidt, M. Rump (ab der 78. Minute M. Christiansen), N. Ahmad (ab der 62. Minute R. Böttcher), P. Raschke, J. Kock (ab der 69. Minute R. Usko)

Torschützen (Vorlage): 0:1 S. Holst (22., Sonnabend), 0:2 J. Scheppeit (45. + 3, Arlt), 0:3 J. Scheppeit (50., Sonnabend), 0:4 J. Scheppeit (62., Schlöffel)