1. Herren: Drittes Unentschieden in Folge – Comeback in Drochtersen

DROCHTERSEN. Nach dem Spiel war allen beteiligen klar: hier gab es deutlich mehr Action als beim zeitgleich stattfindenden Hamburger Derby. Die Eintracht geht personell mit ganz engem Shirt an den Start und kann die Bank erstmals nur mit zwei Kickern besetzen. Erfreulich ist das Startelf-Comeback von Spielmacher Raschke auf Immenbecker Seite. Bei D/A fehlt mit Andi Junge einer der wichtigsten Spieler, der Kader ist aber dennoch üppig genug. Junge macht stattdessen einen hervorragenden Eindruck am Liveticker.

 

Nach leicht zerfahrenem Beginn zeigen die Hausherren, zuletzt oft als Favoritenschreck in Aktion, ihre Qualität. Aus sicherer Feldposition wird Routinier Benny Junge mustergültig bedient. Im direkten Duell mit TSV-Schlussmann Bente, bleibt dann aber der starke Keeper Sieger (7.). Erneut als Sieger geht Bente nach Super-Save gegen einen Junge-Volley in der folgenden Szene hervor (9.). In die Druckphase von D/A herein zeigt die Eintracht ihre Vollstreckerqualitäten. Auf dem kuscheligen Kunstrasen, auf dem Einwürfe in der Regel gefährlicher sind als Ecken, netzt Till Müsing mit der ersten Aktion zur Führung ein. Ein langer Schmidt-Fresitoß kommt über Kock zu Müsing, der sehenswert per Direktabnahme schnießt (14.). Bei D/A seit diesem Jahr wieder mit von der Partie: Olaf von der Reith. Ein in Immenbeck ob vergangener Auftritte gefürchteter Name. Der bullige und dominante Center agiert gegen jeden Verteidiger als menschlicher Granitblock. Eben jener von der Reith verzeichnet nach der Immenbecker Führung die nächste Möglichkeit für D/A. Nach Direktabnahme ertönt vom Querbalken her erstmals das bekannte „Gong“ des Kehdinger Aluminiums – es soll nicht das letzte Mal sein (18.). Das Niveau gleicht sich zwischenzeitlich dem HSV-Spiel an. Die Immenbecker Mannschaft steht nach dem guten Beginn von D/A nun aber etwas sicherer und hält das Leder vom eigenen Tor fern. Aus dem Nichts hat Kock dann den nächsten Treffer auf dem Schlappen. Nach langem Ball sucht Immenbecks Nummer 11 den Abschluss und zielt vom Strafraum zu hoch (38.). Knapp vor dem Pausentee ist D/A dann doch noch erfolgreich. Torwand-Held Gooßen schleudert einen Freistoß von der Mittellinie vors Tor, wo von der Reith sich clever durchsetzt und zum verdienten Ausgleich einnickt (42.). Anschließend wird es nochmal unruhig. Mernik erhält gelb für ein taktisches Vergehen. Drochtersens Kühlcke sieht die Verwarnung für ein hartes Einsteigen gegen Basti Papf. Für Immenbecks Youngster geht es anschließend nicht weiter, die Beckenprobleme brechen wieder auf. Marbes kommt in die Partie (45.).

 

Kurz nach Wiederanpfiff muss Immenbeck bereits die zweite Ladung zünden. Müsing muss nach unglücklichem Gesichtstreffer mit dicker Nase vom Feld. Dem Werbegesicht von Hipps Babynahrung verhagelt es hoffentlich nicht die Karriere! Turbolager Usko ersetzt ihn positionsgetreu (54.). In einer nun ausgeglichenen Partie greift Jonas Kock nach den Sternen. Den möglichen 1:2-Führungstreffer verhindert der Pfosten. Gooßen verliert zuvor den Ball an den aufmerksamen Kock. D/A-Keeper Licht ist mit einem Hauch von Finger noch am Ball (57.). In den folgenden Minuten muss die Immenbecker Hintermannschaft mit dem gewohnt umsichtigen Schmidt sowie Schöngraf, Schulz und Arndt kräftig durchpusten. Heicks Abschluss geht noch knapp drüber (65.). Dann ist Keeper Bente wieder in Aktion. Florian Möller erobert nach haarsträubendem Ballverlust das Leder und ist auf und davon. Im erneuten 1-gegen-1 heißt der Sieger Bentes Fuß – Eckball. Kurz darauf fasst sich Kühlcke aus der Distanz ein Herz und verfehlt nur knapp (68.). Und dann scheppert es. Nach dem Trio von guten Chancen muss doch ein Sonntags-Ei her. Eine verrutschte Flanke von Junge wird zur Brandbombe und senkt sich hinter Bente in den langen Knick (70.). Glücklicherweise hat die Eintracht noch eine Antwort im Portfolio. Lennart Müller und der Drochtersener Kunstrasen haben ohnehin eine historie, die mühelos als Romantic Comedy verfilmt werden könnte. Vor gefühlten zehn Jahren gelang ihm hier ein spektakulärer Sonntagsschuss (damals war es allerdings Freitag). Diesmal haben wir Sonntag und Müller legt sich nach Usko-Zuspiel das Leder auf den rechten Außenrist. Über den verzweifelt fliegenden Licht hinweg, setzt der 20-Meter-Schlenzer sich an den Querbalken und springt hinter die Linie. Sämtliche Zweifel am gültigen Tor räumt nach kurzer Rücksprache der Linienrichter ein. Raschke Senior und Blendermann verdienen sich an der Seitenlinie ebenfalls Fleißkärtchen (73.). In der Folge verpufft die kurzzeitige Aufregung dann wieder. Von der Reith und Möller erwühlen sich zwei weitere Verwarnungen. Auf Immenbecker Seite gesellte sich Marvin Schmidt zum bereits vorher verwarnten Kock. Die letzte Aktion der Partie gehört Thilo Gooßen, der mit reichlich Schmackes einen 30-Meter-Freistoß auf die Latte setzt. Abpfiff.

 

Fazit: Diese Teams könnten auch Zwillinge sein. Es ist das 5. Unentschieden im 5. Aufeinandertreffen in der Bezirksliga – und wie eigentlich immer ist die Punkteteilung das gerechte Ergebnis. D/A kam deutlich besser aus den Startlöchern und hätte durchaus führen müssen. Nach der dann etwas glücklichen Führung in Durchgang zwei kommt die Eintracht nochmal zurück und hatte ihrerseits vorher bereits die Chance zum 2. Treffer. Am Ende können beide Teams mit dem einen Punkt gut leben. Wir wünschen der Mannschaft von Dierk Kapke viel Erfolg für die weiteren Partien. Bis zum Rückspiel auf der Brune Naht! Immenbeck empfängt am kommenden Sonntag Eintracht Cuxhaven auf eigener Anlage, während D/A in Estorf beim FC Oste/Oldendorf antritt. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, L. Arndt, M. Schmidt, K. Schulz, K. Schöngraf, L. Müller, P. Raschke, B. Papf (ab der 46. Minute M. Marbes), M. Mernik, T. Müsing (ab der 54. Minute R. Usko), J. Kock

 

Torschützen (Vorlage): 0:1 T. Müsing (14., Kock), 1:1 O. von der Reith (42., Gooßen), 2:1 B. Junge (70.), 2:2 L. Müller (73., Usko)