1. Herren: Überlegene Cuxhavener ziehen der Eintracht den Zahn

IMMENBECK. Bei bestem Fußballwetter durfte am vergangenen Sonntag erstmals der Rasenplatz auf der Brune Naht als Ort des Geschehens mitwirken. Zu Gast ist mit RW Cuxhaven das Team der Stunde. Alle drei Saisonspiele konnten bislang souverän gewonnen werden. Sebastian Wöhlkens netzte dabei bereits sechs Mal. Gegen Immenbeck ist der Top-Scorer nicht dabei. Auf Seiten der Eintracht fehlt mit Drei-Tore-Mann Kock ebenfalls der bislang gefährlichste Akteur. Da mit Usko, Papf, Ahmad, Meier, Kröppelin, Raschke, Eric Müsing zahlreiche Spieler ausfallen, bringen die vertrauten Nachrücker Gehrke und Rump Souveränität und Erfahrung auf die Bank – Vielen Dank für Euer Bereitstehen. Bislang konnte RW die Eintracht in allen vier Pflichtspielen nicht bezwingen.

In vorderster Front darf neben Center Müsing diesmal Kevin Schulz als zweite Spitze ackern. Die Universalwaffe arbeitet 90 Minuten intensiv mit allen Körperteilen und glänzt vor allem durch Kopfballpräsenz. Direkt zu Beginn wird klar, dass die erstaunlicherweise in rot-weiß gekleideten Kicker von Rot-Weiß Cuxhaven einen richtig gepflegten Ball spielen. Neben dem seit mehreren Jahren gesetzten Abwehrjuwel Ruffer sorgt der isländische WM-Fahrer Helgason für nordische Gelassenheit im Defensivzentrum. Nicht so gelassen sind die beiden allerdings, als Mirco Poppe über links mustergültig bedient wird und aus spitzem Winkel die Mitte zwischen Abschluss und Flanke findet. Das Leder rauscht knapp am langen Pfosten und an Kevin Schulz vorbei (7.). Nach ausgeglichener Anfangsphase zeigt sich allen Beteiligten schnell, dass die Gäste an diesem Sonntag deutlich handlungsschneller agieren. In Kombination mit dem passenden Antritt sorgen die Tempowechsel und Ballstaffetten für optisches Übergewicht. In ihre Drangphase hinein setzen die RW-Kicker ihren ersten Treffer. Nico Alonso-Rivas, der vor allem durch gefährliche Standards auffällt, bedient auf außen Niklas Unterlauf. Der setzt sich mit hohem Tempo gegen den Rekonvaleszenten Marbes durch und aalt sich auch an zwei weiteren Immenbeckern vorbei gen Zentrum. Bente wehrt den verdeckten Schuss noch per Fußbabwehr ab, aber Curras-Fonseca reagiert am schnellsten und schiebt den Abpraller aus abseitsverdächtiger Position ein (11.). Die zweite Chance hat nochmals der quirlige Curras-Fonseca, der aus der Drehung abschließt und Bente im linken Eck zum Eckball abwehren lässt (17.). Kurz darauf unterläuft Curras-Fonseca Schlussmann Bente gefährlich und der landet auf dem Nacken. Glücklicherweise geht es nach längerer Behandlungspause weiter (25.). Das Pflicht-Gelb gab es vom ansonsten sehr souveränen Schiedsrichter Yasa nicht. Dann ist die Eintracht an der Reihe – ein  Standard soll es richten. Müller bringt den Ball lang auf den zweiten Pfosten, wo Schöngraf ins Zentrum ablegt.  Der einrutschende Schulz setzt sich gegen Helgason durch und trifft zum Ausgleich (32.). Bis zur Halbzeit schlägt aber nur noch die Stunde der Gäste, die sich eine Vielzahl guter Einschussmöglichkeiten erarbeiten. Direkt nach dem Ausgleich ist es Aaron Schulz, der nach wuchtiger Ecke wie ein spanischer Kaiseradler abhebt und sehenswert einschädelt (34.). Auch die Innenverteidigung mit Kapitän Schmidt und Jöran Blendermann wird zu vielbeschäftigten Männern.  In die konsternierte Phase der  Eintracht hinein folgt eine Variation von guten Chancen der Cuxhavener, die ihre Rechnungen aber großteils ohne den knallharten Kassierer Bente machen. Erst hält er bravourös im 1-gegen-1 gegen Buschbeck (35.), dann blockt er einen absurderweise gegebenen indirekten Freistoß wegen Rückpasses höchstpersönlich aus kurzer Distanz (37.). Machtlos ist die Immenbecker Lebensversicherung bei der nächsten Ecke. Die kurz ausgeführte Variante wird unglücklich ins Zentrum verlängert und fällt erneut Schulz auf den Schlappen – 1:3 (39.). Immenbeck stellt nach 30 Minuten leider das bis dahin gute Gegenhalten ein und ergibt sich leichtfertigen Chancen. Mit dem Pausenpfiff müssen die Gäste auf 4:1 stellen, aber es ist erneut Teufelskerl Bente, der den kompletten freien Abschluss von Buschbeck im langen Eck per Roundhouse-Kick blockt (45.). Durchatmen …

In Durchgang zwei schalten die Gäste offensiv einen Gang zurück, gefährlich bleibt es aber immer, wenn Curras-Fonseca, der, mit Verlaub, eher die unteren Regale ausräumt, und Buschbeck ihr Tempo ausspielen. Immenbeck gelingt es, sich über den Fight zurück ins Spiel zu bringen. Marbes kocht seinen anfangs ganz starken Gegenspieler Choi ab, wie Routinier Rump zuvor seine fünf Frühstückseier. Im Zentrum gewinnt Mernik deutlich mehr Bälle als zuvor und initiiert den ein oder anderen gefürchteten Ein-Mann-Konter (60.). Insgesamt bringt die Eintracht aber zu wenig Torgefahr auf die Platte. Im Angriff arbeiten Müsing und Schulz sich die Lungen aus dem Leib, Großchancen springen aber nicht mehr heraus. Müsing selbst nimmt eine Flanke von Maik Lohmann schnieke per Brust runter und schließt direkt ab. RW-Keeper Schüler sichert den Ball souverän (67.). Gleiches gilt für die abgeblockten Schüsse von Müsing und Müller aus zweiter Reihe, die sich ungefährlich in Richtung Tor bewegen (55., 60.). Der für Poppe eingewechselte Luca Arndt versucht es nochmal aus guten 20 Metern und zielt nur knapp über den rechten Winkel (80.). Einwechsel-Sechser Rump schickt kurz darauf noch einen Freistoß auf die Reise, die im Ballfangzaun ein jähes Ende findet (82.). Rot-Weiß steht defensiv in Durchgang zwei sehr sicher und wechselt dann vorne auch nochmal munter durch. Mit der letzten Szene des Spiels müssen die Gäste ihre Führung untermauern. Nach Überzahl im Konter flankt Yannik Tidau von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Buschbeck und der eingewechselte Thalmann verwaist stehen, wie zwei Jungs ohne Elternabsprache nach dem Schwimmunterricht. Thalmann darf köpfen und die Arme sind an der Linie bereits zum Jubel erhoben. Es ist aber erneut Bente, der in beste Türstehermanier die Samtkette vor seine Torlinie hängt und den Eintritt mit einer sensationellen Fußparade verweigert. Die verdiente Niederlage kann der beste Mann auf dem Platz am Ende nicht verhindern. Immenbeck darf nach klarer Steigerung in Durchgang zwei dennoch erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Spätestens nach dem Abpfiff-Pils ist dann auch allen bei der Eintracht klar, dass man den starken Auftritt der Gäste diesmal neidlos anerkennen muss.

Fazit: Cuxhaven spielt stark auf, zeit sich unheimlich schnell und variabel im Offensivspiel. In dieser Verfassung wird die Mannschaft von Oliver Stepniak nichts mit dem Abstieg zu tun haben, wofür die 12 Punkte aus vier Spielen ebenfalls sprechen. Die Eintracht startet mit zwei Siegen und zwei Niederlagen ins Jahr und liegt damit absolut im Soll. In den kommenden Wochen will die Mannschaft in den direkten Duellen gegen Oste/Oldendorf, Lamstedt und Groden ein kleines Polster aufbauen und sich frühzeitig eine gute Ausgangssituation schaffen. Mit dem gezeigten Teamgeist und dem entsprechenden Arbeitswillen ist alles drin. Glückwunsch an den Spitzenreiter aus Cuxhaven und bis zum Rückspiel 2019 an der Kampfbahn. Die Eintracht spielt am 09.09.2018 nochmal zuhause und empfängt den FC Oste/Oldendorf um 15:00 Uhr. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, M. Marbes, M. Schmidt, K. Schulz, K. Schöngraf, M. Poppe (ab der 63. Minute L. Arndt), M. Mernik, L. Müller (ab der 81. Minute M. Rump), M. Lohmann, T. Müsing, K. Schulz

Tore (Vorlagen): 0:1 D. Curras-Fonseca (11., Unterlauf), 1:1 K. Schulz (32., Schöngraf), 1:2 A. Schulz (34., Alonso-Rivas), 1:3 A. Schulz (39., Alonso-Rivas)