1. Herren: Ungefährlich und mutlos – Eintracht verpasst den Befreiungsschlag

IMMENBECK. Mit dem Abstiegskampf hatte die Eintracht in den vergangenen Kreisliga-Jahren meist wenig am Hut. Die bittere Realität in der Bezirksliga sieht anders aus. Gegen eine etablierte, aber zuletzt ebenfalls schwächelnde Auswahl vom FC Oste/Oldendorf hat die Mannschaft aus der Buxtehuder Ortschaft zum wiederholten Mal die Möglichkeit, einen direkten Konkurrenten zuhause zu bezwingen und endlich wieder drei Punkte einzustreichen. TSV-Coach Wiede fehlt erkrankt und wird durch Co Lünsmann und Teammanager Rump an der Seitenlinie vertreten.

Beim gastierenden FC fehlt Top-Stürmer Dahling bekanntlich auf unbestimmte Zeit mit schwerer Knieverletzung. Als Alternative steht Dauerbrenner Thorsten Hees bereit, dessen Torgefahr auch trotz fortgeschrittenem Alter nicht gelitten hat. Ansonsten fehlt der Mannschaft von Trainer Matthias Quadt in Simon Bastein die Abwehrsäule schlechthin. Patrick Hitzwebel übernimmt den Part in der Innenverteidigung. Bei der Eintracht bekommt Niklas Kröppelin eine neue Chance in der Startelf. Aufgrund der Ausfälle von Blendermann und Schöngraf, muss Kevin Schulz für Immenbeck erneut im Abwehrzentrum ran. Mirco Poppe startet links, Jonathan Schmidt im Zentrum. Die Partie beginnt direkt mit einem Wachruf. Nach dem ersten Foul des Spiels häckselt Aykaya alias der anatolische Würfel aus halbrechter Position den fälligen Freistoß vor das Tor von FC-Schlussmann Jörn Martens. Der Ball findet den blanken „Keilriemen“ Kock, der seine Frontschürze perfekt ausrichtet und den Ball sehenswert gegen den Lauf setzt – Zentimeter drüber (2.). Stichwort Niveau – während der ersten 45 Minuten kaum erkennbar. O/O lässt den Ball besser laufen, überbrückt das Zentrum aber zu behäbig. Strippenzieher Eshold hat den Ball oft am Fuß, kann die Mitspieler aber nur schwer erreichen. Die Eintracht steht defensiv zunächst gut, Schulz und Schmidt im Abwehrverbund sind stets auf der Höhe. Beide Teams kommen durch Einzelaktionen zu punktueller Entlastung. Etwas Glück hat die Eintracht, als ein Handspiel von Müsing, das vermeintlich im Strafraum war, nur mir Freistoß geahndet wird (22.) Für Oste ist Eshold kurz darauf mit einem Freistoß gefährlich, den Bente im nachfassen festhalten kann (30.). Weitere Bälle fängt der Immenbecker Linienwächter in aussichtsreichen Positionen ab. Für Immenbeck hat Kock die beste Möglichkeit, wird aber kurz vor dem womöglich platzierten Abschluss entscheidend von Heinsohn und Hitzwebel gestellt (35.). Auf der Tribüne richtet sich der Blick zaghaft Richtung Wurstgrill spielen sich dort doch deutlich bewegungsintensivere und motiviertere Szenen ab. Günther Altmann verschiebt gekonnt zwischen Schinken und Thüringer, am Brot ist er nahezu fehlerfrei. Mit dem Pausenpfiff ist Immenbeck auch auf dem Feld nach Standard nochmals im Gewühl gefährlich. Schlussmann Martens wird im Nachgang der Chance von Schulz getroffen, kann aber glücklicherweise weitermachen. Eine schwache erste Hälfte geht mit leichten Feldvorteilen für den Gast und einem 0:0 zu Ende.

Poppe, Kock & Co. taten sich gegen stabile FC-Spieler über 90 Minuten schwer. Resultat: Kaum Chancen. Foto: Meier

Nach Wiederanpfiff streckt die Eintracht noch die müden Glieder. Anders ist das Zweikampfverhalten gegen Ruben Bastein nicht zu erklären. Drei Gegner liegen hinter ihm, bevor Jonathan Schmidt am Sechzehner per Foul unterbindet. Schütze Eshold vermisst den Abstand zum Gehäuse konzentriert. Über die Mauer? Keeper Bente pokert den Schritt und der FC-Spieler hängt den Ball in den Knick des Torwartecks wie einen nassen Regenmantel an die hauseigene Garderobe (53.). Immenbeck agiert daraufhin mit Totstellen – die erhoffte Trotzreaktion bleibt aus. Der FC reagiert auf das behäbige Agieren die Eintracht mit konzentrierter Abwehrarbeit. Bei mehr als 35 Minuten Restspielzeit ist eigentlich noch genug Platz für eine Reaktion. Immenbecks Spieler wirken an diesem Sonntag aber frühzeitig verunsichert und finden bis zum Ende nicht mehr ins Spiel zurück. Es hapert an Präzision in der Spieleröffnung, einem geeigneten Mittel gegen die körperlich überlegenen O/O-Kicker und vor allem dem notwendigen Einsatzwillen. Beim TSV sollen Weseloh (57. Für Poppe) und Böttcher (66. Für Kröppelin) offensives Feuer reinbringen. Eine Zufallschance sorgt dann beinahe noch für Egalité. Eckball von Aykaya, der Ball prallt vom eigenen Mann in Richtung FC-Tor. Keeper Martens, mit der Statur eines Dachrinnen-Schweißers gesegnet, ist schon halb im langen Eck, aber fährt die Pranke gerade noch hoch – sensationeller Safe (63.).Für die Vorentscheidung sorgt dann jedoch der enorm präsente Thorsten Hees höchstpersönlich. Nach Abpfiff bestätigt der Angreifer gegenüber der TSV Online-Redaktion, dass sich seine Qualitäten im Balle Festmachen durch intensive Einheiten des bekannten Spiels „Reise nach Jerusalem“ über Jahre manifestiert haben. Daher rührt auch diese katzenhafte Gewandtheit bei Drehungen um die eigene Achse. Um es kurz zu machen: Hees wird bei der Ballannahme (mal wieder) nicht unter Druck gesetzt. Dreht auf Halbrechts gegen zwei Immenbecker auf und lasert den Ball mit links gen langes Eck. Bente streckt sich und berührt den Ball och, aber kann den Einschlag nicht verhindern (70.). Alex Bravos kommt in den Schlussminuten noch für Lennart Müller (71.). Die Messe ist hier aber bereits gelesen, auch die letzten Fünkchen zaghaften Widerstands gebrochen. Eiskalt nutzt Eshold die aufkommende Lethargie und wieselt sich per einfacher Haken durch vier Immenbecker. Am Fünfer wackelt er per Sambaschritt noch den chancenlosen Bente aus und schiebt schließlich zum 3:0 ein (86.). Den Ehrentreffer träufelt TSV-Stürmer Weseloh kurz vor Abpfiff in den brühwarmen Tee des FC-Auswärtssieges. Martens verschätzt sich beim Stellungsspiel und muss den unplatzierten Linksschuss gewähren lassen. Es bleibt bei Ergebniskosmetik. Hervorzuheben ist beim TSV ein nimmermüder Kevin Schulz.

Fazit: Zum Spiel ist genug gesagt. Der FC entführt verdientermaßen drei Punkte aus Immenbeck, ohne dabei spielerisch in die große Schatulle greifen zu müssen. Mit derartigen Leistungen wird es für die TSV-Spieler schwer, noch Punkte im Klassenkampf zu holen. Die nächste Möglichkeit bietet sich dazu im Auswärtsspiel beim TSV Altenwalde (Sa. 29.04.2017 – 18:00). Der Bus fährt in Immenbeck um 15:15 Uhr ab. Fans sind wie immer herzlich willkommen. Die Trainingseindrücke nach der Niederlage waren bislang positiv. Die Mannschaft ist intakt, beim Training darf auch mal gelacht werden. Die Eintracht hat noch immer einige Chancen, durch Punktgewinne selber aus dem Sumpf zu kommen. Dabei ist Stimmung und Engagement unbedingt notwendig – darauf gilt es sich zu besinnen. Dem FC gratulieren wir zum Erfolg und wünschen viel Glück im kommenden Spiel gegen den FC Mulsum/Kutenholz (So. 15:00, Estorf). Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, E. Müsing, M. Schmidt, K. Schulz, L. Müller (ab der 71. Minute A. Bravos), M. Poppe (ab der 57. Minute T. Weseloh), J. Schmidt, M. Stukenbrock, N. Kröppelin (ab der 66. Minute R. Böttcher), C. Aykaya, J. Kock

Torschützen (Vorlage): 0:1 N. Eshold (53.), 0:2 T. Hees (70.), 0:3 N. Eshold (86.), 1:3 T. Weseloh (88., Kock)