1. Herren: Zähes Ringen beim FC O/O – Späte Punkteteilung unterm Strich gerecht

Beide Truppen sehen sich, vermutlich nicht zu Unrecht, eher in den unteren Tabellenregionen. Der FC geht bereits in die siebte Spielzeit am Stück auf Bezirksebene und geht damit schon fast als Institution durch. Zum Auftakt gab es eine 3:1-Schlappe bei RW Cuxhaven. Immenbeck eröffnete die Saison zuhause vor toller Kulisse, lieferte bei der klaren 0:4-Pleite gegen die VSV Hedendorf-Neukloster aber Schonkost aus dem Dampfgarer par excellence. Entsprechend wichtig ist die Partie für beide Lager, denn es gilt frühzeitig gegen die vermeintlichen Konkurrenten zu punkten. Die Eintracht ist motiviert und tritt nach Personalsorgen in der Vorwoche mit deutlich komfortablerer Decke an. Verzichten muss Coach Wiede allerdings auf seinen Sekretär Dawideit. Die Partie beginnt zerfahren – als Grund kann nur der verlockende Duft aus der Wurstbude angeführt werden. Immenbecks verletzter Mannschaftskapitän Stukenbrock nimmt sich der Sache an und bestätigt vollmundig – geiles Ding! Nicht umsonst werden die Fleischerzeugnisse vom Stadionsprecher und dem gutgelaunten Grillzangen-Schwenker als „leckerste Würste zwischen Rhein, Ruhr und Weser“ angepriesen. Als zusätzlicher Schmankerl erwartet die Fans unter dem hölzernen Verschlag eine charmante Polstergarnitur für den dekadenten Verzehr – Chapeau! Auch auf dem Platz wurde es dann im Anschluss schnell heiß. Während der Großteil der Immenbecker Mannschaft sich normal warm lief, musste Neuzugang Mernik schon in der Kabine per Heißluftfritteuse runtergekühlt werden – zumindest fettarm. Zum Anpfiff waren in jedem Fall alle Jungs auf Betriebstemperatur. Die Gastgeber haben sich für den Heimauftakt viel vorgenommen, müssen aber erstmal gute zehn Minuten der Eintracht überstehen. Nach acht Minuten aalt Ray Böttcher sich stark über links durch und bedient Sturmpartner Usko. Vor der verwaisten Hütte muss Usko den Ball direkt aus der Luft nehmen und verpasst den Dosenöffner leider um weniger Zentimeter (8.). Mit zunehmender Spieldauer verschiebt das Zweikampf-Gleichgewicht sich zunehmend in Richtung der Hausherren. Insbesondere die starke linke Seite um Witz und Schmidt zeigt sich immer wieder extrem dynamisch. Witz ist es auch, der nur kurz nach der starken Immenbecker Phase die Hochzeit des FC einläutet. Ein schlampiger Ball im Spielaufbau ermöglicht Witz den Durchmarsch. Vor der Hütte verpasst der linke Läufer den Zeitpunkt zum Abspiel, schließt aber dennoch gekonnt ab. Bente steht glücklicherweise gut und wischt die Murmel zur Ecke (18.). Ein wenig Entlastung kommt über Immenbecks Poppe, der in seiner Freizeit als Model für Gardinenstangen im IKEA-Katalog wirbt. Der Schuss unter arger Bedrängnis wird allerdings nicht zur gefürchteten Brandbome (22.). Während die Eintracht nun zunehmen ins Hadern kommt, zeigt O/O eine starke Einstellung und verdient sich durch einen überlegenen Abschnitt die Pausenführung. Es ist erneut Witz, der mit einem satten Antritt drei Immenbecker stehen lässt. Ahmad, Fischer und Schulz zeigen in der Szene den Bewegungsradius einer Topfpflanze. Derweil läuft Clement Peters clever ein und kann sich die Murmel nach pfannenfertigem Anspielt noch auf rechts legen, bevor es im langen Eck einschlägt (37.). Dass die Eintrachter Experten im Teleshopping sind wird dann in den Minuten vor der Pause deutlich. Wiedes neuester Clou: Unter dem Decknamen Kevin Schulz läuft diesmal der frisch verpflichtete Nicer Dicer Plus mit der Nummer drei in der Immenbecker Innenverteidigung auf. Bestückt mit dem breiten Schneidblatt, säbelt das Universal-Hilfsmittel (braucht laut Chef Tony aufgestellt weniger Platz als eine Wasserflasche!) Gegenspieler Witz an der Außenlinie in grobe Stücke – gelb gibt es dafür zurecht. Youngster Fischer zieht zudem den Joker Textilfoul und bekommt ebenfalls gelb. Quasi mit dem Pausenpfiff prallen mit Mernik und Witz dann an der Außenlinie zwei Spieler mit dem Oberkörperbau eines Kondenstrockners aufeinander. Der FC-Spieler rutscht unglücklich auf die bepflasterte Umrandung, kann nach kurzer Behandlung aber glücklicherweise weiterspielen.

Nach Wiederanpfiff steht O/O merklich tiefer aber weiterhin sicher und ruhig. Angeführt vom dominant auftretenden Heins, schafft die Hintermannschaft der Gastgeber es immer wieder, die Angriffsbemühungen der TSV-Spieler im Keim zu ersticken. Offensiv findet der FC hingegen kaum noch statt. Eine der vielen Kontermöglichkeiten spielen die jungen Kicker von Coach Quadt gut aus und der quirlige Nico Wiegmann vergibt aus halbrechter Position (60.). Bei der Eintracht sind mit Kock und Raschke mittlerweile zwei frische Akteure auf dem Feld – Codewort: Schlussoffensive! Zum Ende hin kommt zusätzlich Müller für Poppe. Die Eintracht hat in Durchgang zwei zwar deutlich mehr Ballbesitz, spielt vorne aber immer noch viel zu ideenlos. Die beste Möglichkeit hat Jonas Kock, der mit zwei Abschlüssen in Folge vom Sechzehner geblockt wird. Der Abpraller kommt zu Raschke, dessen Strahl aber ebenfalls an einem drallen Schenkel scheitert (78.). Es sieht schon ganz danach aus, dass Oste/Oldendorf diesen Sieg durch die disziplinierte und gute Abwehrleistung über die Zeit rettet. Spätestens als Nico Vespermann nach blitzsauberem Konter frei vor Bente auftaucht, riecht es nach Entscheidung. Aber der Schlussmann rutscht auf dem Allerwertesten vor den Ball und lenkt den Abschluss ins Aus (85.). Defensiv steht die von Marvin Schmidt gewohnt unaufgeregt organisierte Abwehr in der zweiten Halbzeit insgesamt deutlich souveräner. Zum Ende hin dreht auch Immenbecks personifiziertes Dampfbügeleisen Mernik, mittlerweile auf der Außenbahn, nochmal auf und holt sich gelb ab. In dem umkämpften Spiel kochen kurz vor Abpfiff nochmal die Emotionen und neben dem Platz hoch, wie unser Weihnachts-Grünkohl in Andi Danzschers Schnellkochtopf. Die Eintracht fordert einen möglichen Elfmeter, nachdem Mernik von Heins und Hammann fair in die Zange genommen wird (87.). Der folgende Eckball bringt nichts ein, dann wird erneut Mernik aktiv und halbrechts gelegt (89.). Den Freistoß kann Immenbecks frisch gezogenes Junggemüse Raschke nicht aufs Tor bugsieren (90.). In der letzten Szene des Spiels zieht der eingewechselte Müller nochmal dynamisch an und wird vom bis dato bockstarten Hildebrandt in linker Position per Schienbein gewendet, wie die beliebten Immenbecker Reise-Frikadellen bei Oma Poppe. Schütze Raschke poliert nochmal den rechten Fleischhammer, bevor er anläuft. Die Mauer steht sicher, aber das Geläuf ist nass. Der knallharte Abschluss kommt unerwartet ins Torwarteck rauscht am bis dato beschäftigungslosen Martens vorbei direkt neben dem Pfosten in die Maschen (93.) – 1:1. Premiere für Philipp, dem dieser Treffer nach toller Vorbereitung nur zu gönnen ist. Wenige Augenblicke nach dem Ausgleich ertönt der Abpfiff durch den souveränen Schiedsrichter Leinfels. Die aufgebrachten Gemüter beruhigen sich nach dem Abklatschen und Kaltgetränken in der Eistonne schließlich auch wieder – so soll es sein.

Fazit: Mit dieser Einsatzfreude werden beide Teams noch ihre Punkte machen und brauchen sich nicht zu verstecken. Am Ende ist der Punktgewinn von den Spielanteilen her nicht unverdient, wenngleich das späte Zustandekommen für die Hausherren natürlich bitter ist. Unterm Strich sammeln beide Teams den ersten Punkt des Jahres ein – auf das viele weitere folgen. Für den FC geht es kommende Woche auswärts gegen den ASC Cranz-Estebrügge. Die Eintracht empfängt das Spitzenteam vom VfL Güldenstern Stade auf der Brune Naht. Bis dahin liegt eine wichtige Trainingswoche vor unserer Mannschaft. Danke für den Auswärts-Support und die flüssige Köstlichkeit, die uns nach Abpfiff in der Kabine erwartete. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, T. Leffler, M. Schmidt, K. Schulz, T. Fischer, M. Poppe (ab der 65. Minute L. Müller), J. Schmidt, M. Mernik, N. Ahmad (ab der 50. Minute P. Raschke), R. Usko, R. Böttcher (ab der 50. Minute J. Kock)

Torschützen (Vorlage): 1:0 C. Peters (37., Witz), 1:1 P. Raschke (90. + 3, L. Müller)