Die Festung steht – Drei Punkte in eigener Hütte für die Eintracht!

IMMENBECK. Die Stoßgebete gen Wettergott wurden erhört – die Kreisliga Stade läuft endlich wieder richtig rund. Bei traumhaftem Frühlingswetter durfte der FC Oste/Oldendorf II sich vom anderen Ende des Kreises in das Hamburger Umland zum TSV Eintracht Immenbeck aufmachen. Mit an Bord sind dabei allerdings dicke Personalsorgen. Coach Alexander Bube muss auf mehrere Akteure verzichten und mit dem lange verletzten Keeper Hannes Wilhelmi als Feldspieler planen. Die Eintracht sonnt sich derweil im lauen Gefühl der personellen Völlerei. Da mit Hübner und Schmidt noch zwei Urlauber kurzfristig dabei sind, aber zeitgleich in Form von Michael Rump für erfahrenen Ersatz in der Zentrale gesorgt wird, ist die Immenbecker Bank mit sieben Kickern zum Bersten gefüllt. Verletzt fehlen zudem: Müsing, Helmke, Schneider, Poppe und Marbes. Lukas Gross hat am Samstag die 2. Herren bei der ärgerlichen Niederlage gegen die SG Lühe unterstützt. Keeper Bente streifte sein Handwerkszeug bereits vor dem Anpfiff für die U23 über und half beim riiiiiiiichtig abgewichsten 1:0-Heimerfolg gegen die SG Lühe II. Glückwunsch Männer.

Der Anpfiff ertönt! Am Seitenrand und auf der Tribüne nehmen Fans und Ersatzspieler langsam ihre Plätze ein. Co-Trainer Lünsmann lächelt noch zärtlich seinem Notizblock in Erwartung eines neuen Rodeos zu und schon scheppert es auf dem Platz. Keine zwei Minuten sind gespielt, da wühlt Kock sich über links in den Strafraum. Seine Hereingabe kann Kevin „de Schulle“ Schulz mit Mühe und dem Alibi-Linken unter die Latte hängen (2.). Traumstart für die Hausherren. Die Gäste vom FC müssen sich erst einmal gegenseitig kneifen, was nicht an den geliehenen Hosen liegt, die Immenbeck vor dem Anpfiff rüberwachsen ließ. Im Hickhack der Abfahrt hat der Gast leider die Ausweichjerseys vergessen, sodass die lange unbenutzten roten Hosen aus dem Immenbecker Archiv zur Verfügung gestellt wurden. Obenrum trugen beide rot, was einige, verwirrte Zuschauer dazu veranlasste, den Sinn der Begegnung infrage zu stellen. Unterm Strich alles halb so wild – wichtig ist aufm Platz. Das dachte sich auch der Gast und erzielte in Spielminute zwölf den Ausgleich. Leitwolf Hees bringt einen Eckstoß vors Tor – leichte Beute denkt sich Schlussmann Meier und sichert den Ball. Durch leichten Kontakt im Strafraum kommt dem Schlussmann die Murmel allerdings wieder abhanden und Alexander Justus nutzt die Indisponiertheit zum 1:1. Hätte Meier den Ball festgehalten, wäre das Spiel vermutlich ohne Gegentor verlaufen. Hat er aber nicht, schade Konjunktiv! In der Folge stellen die Gäste ihre Offensivbemühungen aber größteinteils wieder ein. Hier und da erwirtschaftet Hees durch seine Präsenz einen Standard. Alle Chancen verpuffen wirklungslos. Die Eintracht spielt nach vorne variabel und gefällig. Die zuletzt vermissten Passfolgen und Laufwege sind durch jahrelanges Training glücklicherweise im Rasen der Brune Naht selbst für die blindesten unter uns erkennbar. Kock und Weseloh, der heute über links kommt prüfen den aufmerksamen Drusch im Kasten (15.). Dann wird Dawideit in halbrechter Position gelegt und der Altmeister im Körper eines 19-jährigen Langstreckengehers namens Michael Rump legt sich den Ball zurecht. Die Flanke kommt schlichtweg richtig eklig halbhoch auf den langen Pfosten. Abwehrstier Blendermann bringt den Schlappen an die Pille und es schlägt ein – keine Chance für Drusch (18.). Nur acht Minuten später stakst Kock wie eine Hausfrau auf Mäusejagd durch den Strafraum und wird von Borchers gelegt. Dawideit zückt seinen spannförmigen Colt und versenkt den fälligen Strafstoß sicher unten rechts (26.). In der Folge kann die Eintracht noch erhöhen. Die besten Chancen haben Linksverteidiger Fischer (33.), dessen starken Abschluss Drusch aus dem kurzen Eck kratzt und ein Schuss von Kock aus spitzem Winkel, der ebenfalls vom Schlussmann abprallt (38.). Zwischenzeitlich noch ein Side-Kick vom Schiedsrichter. Justus muss verletzt vom Platz und der Unparteiische ist mit den Aufzeichnungen auf dem Spielbericht unzufrieden. Kurzum werden alle O/O-Kicker auf Herz und Nieren mit dem Kugelschreiber untersucht. Kann man machen, kann man aber auch lassen. Für die Zuschauer eine willkommene Chance das Bier vor der Halbzeit aufzufüllen. Apropos Halbzeit. 21 Spieler sind in Erwartung des Pfiffs schon am Zucken. Nur Jonas Kock ist noch heiß. Nach Abschlag von Meier hext Weseloh den Ball in Kocks Lauf und der Stürmer behält vor Drusch die Nerven – 4:1 (46.). Ganz stark in Durchgang eins: ein dynamischer Michael Stukenbrock alias „Der, dem die zweiten Bälle gehorchen“.

Filigran im Einsatz: Blendermann und sein Schlappen treffen zum 2:1 (Foto: J. Gundlack)

In den bisherigen Spielen gegen Oste zeigte das Scoreboard zur Pause zuletzt immer eine deutliche Führung. Und in beiden Partien kam der Gast glühend heiß zurück auf den Platz. In Erwartung des Aufbäumens nimmt der TSV sich auf für die zweiten 45 Minuten eine disziplinierte Leistung vor. Pfiff! Und tatsächlich. Wie einst König Artus reitet Hees vor seinem Heer und setzt mithilfe von Calvin Nordsiek und Richard Wolf die Abwehr früh unter Druck. Immenbeck kann sich nur behelfsmäßig retten. Dann spielt Jan Borchers einen Traum von einem Pass in den Rücken von Leffler. Wolf ist plötzlich durch und scheitert nur am Innenpfosten (47.). Das Klingeln dröhnt noch in den Immenbecker Köpfen, als Hees im Strafraum zu zwei flinken Haken ansetzt und ansatzlos abdrückt. Blendermann und Meier können den Schuss in Koproduktion zur Ecke klären (53.). Durchatmen ist angesagt! Dawideit muss kurz darauf mit schmerzendem Knöchel vom Feld und wird durch Joni Schmidt ersetzt. Nach kurzem Geplänkel im Mittelfeld rückt Jonas Kock den Haussegen schließlich wieder gerade. Nach Weseloh Ecke setzt Blendermann zum Diver an und wischt den Ball vor das Tor, wo Kock im Kopfballduell ruppig zu Werke geht und Drusch zentral überwindet (69.). Es ist bereits das 27. Saisontor für „Keilriemen“ Kock. Der restliche Spielverlauf gestaltet sich klassisch. O/O spielt nochmal zärtlich nach vorne und Immenbeck kontert ohne die notwendige Konsequenz. Die besten Chancen vergeben Schmidt (78.) und Pietzonka (85.), die beide das leere Tor aus Plusminus fünf Metern nach Querpass nicht treffen. Neben Pietzonka darf auch Hübner nun im Zentrum mitwirken und hilft, das Ergebnis in den Hafen zu schippern. Ansonsten gibt es nichtmal für den Schreiberling viel über Durchgang zwei zu berichten. Darum nutzt er die Chance um Spieler zu erwähnen, die im Stillen ihren Job hervorragend verrichten. Diesmal: Kevin Schöngraf. Seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Marvin Schmidt steht Schöngraf im Abwehrzentrum und hält den Laden sowas von dicht. Es ist auch sein Verdienst, dass die Eintracht 2016 ungeschlagen ist. Kann man einfach mal sagen!

Mit tränenden Augen streift Lars Pietzonka nach Abpfiff über den Platz. Er reist in den kommenden vier Monaten durch die Staaten und kommt erst zur neuen Saison zurück. Viel Spaß drüben!

Fazit: Ein verdienter und ungefährdeter Erfolg für den Wiede-Haufen. Trotz mehrfacher Mahnungen überließ man den Gästen zu Beginn der 2. Halbzeit dennoch das Feld. Ansonsten waren sowohl Trainer, als auch Spieler mit dem Verlauf und dem Ergebnis zufrieden sein. Tabellenplatz zwei ist nun bereits 12 Punkte entfernt. Der FC steckt weiter unten drin, hat aber alles in der eigenen Hand. Die Elf von Alexander Bube präsentierte sich als harter Brocken und motivierter Gegner. Gerade nach dem Pausenpfiff keimte die Hoffnung wieder auf. Am Ende konnte man vorne zu wenig Durchschlagskraft entwickeln, um weitere Treffer zu erzielen. Eine gute Leistung bot besonders Schlussmann Marco Drusch. Wir wünschen dem Team viel Erfolg im Abstiegskampf und beim Sammeln der wichtigen Punkte. Für den TSV geht es am kommenden Sonntag, 13:00 Uhr zum Spitzenspiel. Es lädt der Tabellenzweite Güldenstern an die Camper Höhe. O/O bestreitet am Mittwoch das wichtige Spiel gegen Wischhafen. Danke wie immer an die stimmungvolle Kulisse im Schmuckkästchen Brune Naht. Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: N. Meier, T. Fischer, K. Schöngraf, J. Blendermann, T. Leffler, T. Weseloh (ab der 77. Minute M. Hübner), M. Stukenbrock, M. Rump, K. Schulz (ab der 70. Minute L. Pietzonka), F. Dawideit (ab der 56. Minute J. Schmidt), J. Kock

Torschützen (Vorlage): 1:0 Schulz, (2., Kock), 1:1 Justus (12., Hees), 2:1 Blendermann (18., Rump), 3:1 Dawideit (26., FE, Kock), 4:1 Kock (46., Weseloh), 5:1 Kock (69., Blendermann)