Drei Minuten hellwach – Eintracht legt den Grundstein durch Blitz-Dreierpack

IMMENBECK. Der bittere Happen in Stade ist verdaut und zwei engagierte Einheiten später ist die Eintracht im Heimspiel gegen den Lokalrivalen aus Hedendorf wieder gefordert. Die Langzeitverletzten Schneider und Marbes sind noch nicht wieder einsatzbereit. Ebenso Poppe und Dawideit, denen die Wehwehchen der letzten Wochen noch in den Knochen stecken. Müsing hat noch deutlichen Rückstand. Kurzfristig kommt zudem mit erneuten Problemen im Sprunggelek Lennart Müller dazu. Der Gast zog unter der Woche mit 3:0 beim Team der Stunde, dem Deinster SV den Kürzeren und muss sich trotz kleinem Polster mit den nachrückenden Teams der unteren Tabellenregion beschäftigen. Bereits vor der Partie tretten sich die dritten Mannschaften 0:1. In einer aufbrausenden Partie behält der Primus aus Hedendorf die Oberhand und ist so gut wie aufgestiegen – Gückwunsch an die Feldstraße.

Die im typischen schwarz-weiß gekleideten VSV-Kicker kommen hellwach auf den Platz und wirken in den ersten Minuten ein My frischer, als die Hausherren. Immenbeck fährt mit offensiver Ausrichtung und nur einem Sechser, was den Hedendorfer Offensivkräften viel Platz gibt. Nach kurzer Abtastphase zeigt Leihgabe Florian Wiese erstmals seinen Turbo. Vergangene Saison zog die Eintracht mehrfach den Kürzeren im Duell mit dem flinken 19-Jährigen, der im Sprint mehr Feuer hat, als die Bratwurst im VSV-Treff. Sein Traumzuspiel auf Malte Pockrandt endet allerdings mit einem harmlosen Schuss neben den Kasten (8.). Kurz darauf geht Wiese an Schmidt und Fischer vorbei und schickt einen Spannstoß zentral aufs Tor. Schlussman Bente bekommt reaktionsschnell die Beine zusammen und kann die Murmel festmachen (13.). Immenbeck stellt in der Folge auf zwei Sechser um, Jonathan Schmidt rückt neben Stukenbrock. In der Folge bekommt das Heimteam auf der gut besuchten Brune Naht mehr Sicherheit und wird erstmals offensiv aktiv. Schmidt schaltet sich ein und schiebt aus halbrechter Postion am langen Eck vorbei (14.). Was in den folgenden Minuten passiert, erscheint ob der rasanten Folge fast irrational. Doch tatsächlich startet Jonas Kock durch seinen platzierten Abschluss den spielentscheidenden Zwischenspurt. Nach Pass von Joni Schmidt setzt „Keilriemen“ den Ball mit langem Bein an den Pfosten, von wo er in die Maschen springt (16.). Nach Anstoß von Hedendorf erobert Marvin „Stoisch“ Schmidt den Ball und nach Verlängerung von Kock kommt Stukenbrock über links zum Abschluss. Becker pariert gut, aber Schulz riecht den Braten und bekommt den Abpraller vor die Füße – 2:0 (17.). Die Gäste wirken nach dem tollen Auftakt indisponiert. Eiskalt legt Immenbeck in dieser Phase nochmal nach. Kock wird von Schulz rechts in den Strafraum geschickt. Den gut getimeten Querpass kann Julian Wulf vor dem einschussbereiten Weseloh nur ins eigene Tor klären (19.). Harakiri vor den Toren Buxtehudes. Angeführt von den erfahrenen Mai und Beckmann bekommt die VSV-Defensive in der Folge den Laden wieder halbwegs dicht. Allerdings sind die drei Treffer natürlich für den Verlauf des Spiels eine satte Hausnummer. Kock und Weseloh haben kurz darauf weitere Treffer auf dem Fuß, scheitern am am gut aufgelegten Becker, dem bei keinem der Treffer die Schuld zuzusprechen ist (25.). Nach vorne schaltet der Hausherr nun einen Gang runter und überlässt den Schwarz-Weißen mehr Platz beim Spielaufbau. Vom flinken Wohlers geht über links in dieser Phase die größte Gefahr aus, wobei Kevin Schöngraf den frechen Jungspund meist gut im Griff hat. Knapp zehn Minuten vor der Pause holt Jonathan Schmidt dann den Deckel aus dem Küchenschrank und setzt ihn durch seinen harten Abschluss ins linke Toreck auf die Partie (33.). In Spielminute 40 dann ein Aufreger. Wohlers tanzt sich über links an Schöngraf und Schulz vorbei in den Strafraum. Mit langer Gräte spitzelt er den Ball ins Zentrum und wird dabei von Blendermann getroffen. Der Pfiff ertönt, allerdings entscheidet Schiedsrichter Smilari auf Freistoß für den TSV – sehr schmeichelhaft (40.). Sehr fair: vom VSV kommen keinerlei Prosteste, die durchaus gerechtfertigt gewesen wären. Zudem bitter, denn Blendermann verletzt sich bei der Abwehraktion und muss das Feld räumen. Michael Hübner rückt zur zweiten Hälfte in die Squad.

Becker streckt sich vergeblich – Kock trifft zum 28. Mal in dieser Saison. Foto: R. Schmietow

Im Hinspiel führte die Eintracht bereits mit 2:0 und unterlag dem VSV-Kampfgeist am Ende noch 2:3. Mit den Bildern von der Feldstraße im Kopf beschwört Coach Wiede die Contenance seiner Truppe. Bei den VSV ersetzt Jesco Schulz Pockrandt und rückt ins Abwehrzentrum. Aus sicherer Defensive agiert der TSV in Durchgang zwei von Beginn an. Die Zuschauer blicken nach und nach verlegen zum Tresen, scheint Günther Altmann am Grill doch mehr Rotation abzuliefern, als der Ball zwischen der 45. und 65. Minute. Keine der beiden Mannschaften bekleckert sich mit fußballerischem Ruhm. Über die linke Immenbecker Seite mit Leffler und dem heute auffälligen Thomas Fischer geht die größte Gefahr aus. Jonathan Schmidt ist davon offenbar not amused und startet nach Leffler-Zuspiel ein Solo durch drei Abwehrmeine und mindestens sechs Abwehrbeine. Aus halbrechter Position schraubt er die Murmel unhaltbar neben den langen Pfosten (66.). Der sost eher ruhige Schmidt trommelt sich nach dem Treffer auf die Brust und droht in der Ekstase gar sein Trikot zu zerreißen. Der Schreiberling behält sich in der geschilderten Szene die künstlerische Ausschmückung im Rahmen der künsterlerischen Freiheit vor. Hedendorf bringt mit Krone und Höft zwischenzeitlich nochmal frischen Wind. Bei Immenbeck kommt Christian Galow für die Offensive. Zudem debütiert Youngster Lukas Gross im Mittelfeld (79.). Nach dem von Coach Wiede verordneten Intensiv-Trainingslager in Australien kommt Gross mit satten 400g Muskelmasse mehr zurück und füllt das Trikot in Größe M nun sogar zur Hälfte aus. Wir wünschen viel Erfolg für deine weiteren Einsätze! Nun zurück auf den Platz. Die Neuen sind nochmal heiß und Christian Galow verpasst in seiner Szene nach starker Ballkontrolle den Zeitpunkt für den Abschluss. Mai kann die Szene kären. Die Schlussphase geht laut Ringrichtern nochmal an den Gast vom anderen Ortsende. Wiese zieht nochmal an und erläuft einen Steilpass von Kröger beinahe. Bente passt auf und fischt ihm die Kugel noch vom Fuß (85.). Quasi mit dem Schlusspfiff muss Krone dann den Ehrentreffer erzielen. Der Ball kommt schulbuchmäßig in die Gasse und Krone spitzelt den Ball an Bente vorbei gegen den Pfosten. Schöngraf senst über den Abpraller, den Krone dann aus zwei Metern ebenfalls neben das Tor setzt (88.).

Fazit: Ein unterm Strich verdienter Erfolg für die Eintracht, die ihrer Serie reut bleibt und auf dem heimischen Rasen bislang immer mindestens vier Treffer erzielte. Durch den blitzschnellen Dreierpack wurde dem bis dahin überlegenen Gast der Wind aus den Segeln genommen. Die VSV verkauften sich unter Wert und hatten durchaus den ein oder anderen Treffer auf dem Fuß. Das Ergebnis fällt zudem ein bis zwei Tore zu hoch aus. Für die Mission Klassenerhalt wünschen wir dem Team von Rainer Rambow und Sönke Ungeheuer alles Gute. In der kommenden Woche tritt die Eintracht in Wischhafen an, während die VSV zuhause auf den SSV Hagen treffen. Beide Spiele beginnen um 13:00 Uhr. Herzlichen Dank an dieser Stelle noch an die Fanlager beider Seiten sowie die Vertreter der 3. Herren, die zur Unterstützung am Spielfeldrand blieben. Danke auch an Rolf Schmietow für die gewohnt hervorragende Performance an der Kamera.

Für die Eintracht!

Für die Eintracht im Einsatz: F. Bente, T. Fischer, M. Schmidt, J. Blendermann (ab der 46. Minute M. Hübner), K. Schöngraf, T. Leffler, M. Stukenbrock (ab der 79. Minute L. Gross), J. Schmidt, T. Weseloh (ab der 79. Minute C. Galow), K. Schulz, J. Kock

Torschützen (Vorlage): 1:0 Kock (16., J. Schmidt), 2:0 Schulz (17., Stukenbrock), 3:0 ET Wulf, (19., Kock), 4:0 J. Schmidt (33., Weseloh), 5:0 J. Schmidt (66., Leffler)