Fußball-Kreisliga ist spannend wie nie

LANDKREIS. In der Fußball-Kreisliga Stade stehen am kommenden Wochenende Nachholspiele auf dem Programm. Die Rückrunde verspricht Spannung, im Abstiegskampf. Im Titelrennen und im Kampf um Relegationsplatz zwei entscheidet die Konstanz. Wer hat die besten Karten?

Der TSV Eintracht Immenbeck hat als souveräner Tabellenführer alle Trümpfe in der Hand. Die Mannschaft von Trainer Volker Wiede (54) biegt mit einem Sieben-Punkte-Polster in die letzte Kurve vor der Zielgeraden ein. Immenbeck gewann 13 der bisherigen 17 Saisonspiele. Klasse ist die Kompaktheit der Truppe: Stürmer Jonas Kock sticht mit 17 Saisontoren heraus, aber mit dem pfeilschnellen Mirco Poppe, der Schaltzentrale Jonathan Schmidt, dem formstarken Kevin Schulz, den Routiniers Thomas Leffler und Michael Stukenbrock oder Abwehrchef Marvin Schmidt verfügt der Titelanwärter über mehrere starke Säulen. Der Titel führt nur über die Eintracht.

Erster Verfolger ist derzeit der MTV Hammah. Hammah hatte sich vor der Saison in der Breite gut verstärkt und das Trainergespann, Marcus Wendt und Spielertrainer Filippo Callerame, hat es schnell verstanden, eine funktionierende Einheit zu formen. Mit dem in der Winterpause vom SSV Hagen gekommenen Patrik Meyer verfügt der MTV über eine weitere Alternative in der Offensive. Mit vier Siegen vor der Winterpause hat sich die zwischendurch formschwache TuS Güldenstern Stade II in die Spitze gespielt. Trainer Jörn Augustin will, egal wie es bei der ersten TuS-Mannschaft läuft, „oben dran bleiben“. Dritter Verfolger der Immenbecker ist der TuS Eiche Bargstedt. Hut ab vor Trainer Birger Tomforde und seiner jungen Mannschaft. Die Mannschaft mit den „jungen Wilden“ hat Perspektive, wenn sie zusammen bleibt.

Beim MTV Himmelpforten beginnt das Mittelfeld. Seltsam beim MTV: die Diskrepanz zwischen Heimschwäche (5 Punkte aus sieben Spielen) und Auswärtsstärke (23 Punkte aus 11 Spielen). Die Elf von Trainer Jens Hitzwebel hat noch acht Heimspiele und vier Auswärtspartien. Unterm Strich aber eine mehr als ordentliche Saison bisher, zumal der MTV seit dem 20. September ohne seinen Top-Torjäger Leon Elfers auskommen muss.

Auf Platz sechs der vor der Saison hochgehandelte TSV Apensen. Bedingt durch großen Personalmangel in Kombination mit Formschwäche verspielte Apensen von Mitte September bis Mitte Oktober mit vier Niederlagen in Serie eine bessere Ausgangsposition. Vor der Winterpause ging die Form- und Ergebniskurve aber klar wieder nach oben.

Der VfL Horneburg ist ein überraschend starker Aufsteiger. Sollte Trainer Florian Kühlke auch in der Wintervorbereitung die richtige Dosis gefunden haben, wird der VfL in der oberen Tabellenhälfte ins Ziel laufen. Direkt dahinter der TuSV Bützfleth. 50:48 Tore sprechen für sich. Trainer Yannick Kollega hat keinen entspannten Job. Nur auf Platz neun rangiert der Absteiger SV Bliedersdorf. Mit 12:0-Toren und sechs Punkten startete Bliedersdorf furios in die Saison. Acht dieser ersten zwölf Tore erzielte Kreisliga-Top-Torjäger Christopher Grube, der bisher sensationelle 21 Tore erzielte. Trainer Marcus Meyer mahnte früh und behielt recht. Licht und Schatten führten zu der wenig befriedigenden Zwischenbilanz. Als launische Diva präsentierte sich die Mannschaft von den VSV Hedendorf/Neukloster II auf Platz zehn. Die Elf von Trainer Rainer Rambow (40) und Co-Trainer Sönke Ungeheuer (35) spielte selten konstant. Auch Spieler mit Ansprüchen auf die VSV-Erste überzeugten in der Kreisliga nur bedingt. Gleich in den ersten drei Spielen könnte die Rambow-Truppe gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller (W/D, Deinste und Jork) den Grundstein für den Klassenerhalt legen – oder eben in den Strudel hineingezogen werden.

Wie schwer es ist, die guten Fußballer des SSV Hagen zu trainieren, erfährt seit Anfang der Saison Carsten Junge. Irgendwie gewinnt der neutrale Beobachter der Szenerie den Eindruck, die Spieler wollen gar nicht oben mitspielen. Vom Potenzial gehört die Mannschaft klar in die obere Tabellenhälfte. Der TuS Harsefeld II liegt mit 20 Punkten auf Platz zwölf. Für einen ehrgeizigen Trainer wie Stefan Duncker definitiv zu wenig.

Der Abstiegskampf: Dass es für TuS Jork nach dem souveränen Aufstieg aus der 1. Kreisklasse so schwer werden würde, hatte wohl keiner erwartet. Der TuS erntete oft Lob vom Gegner – die Mannschaft von Trainer Heinrich Detje ist, wenn alles optimal läuft, konkurrenzfähig.

Von Anfang an war klar, dass das Ziel des FC Oste/Oldendorf II nur der Klassenerhalt sein konnte. Phasenweise musste befürchtet werden, dass sich die Mannschaft von Trainer Alexander Bube als Tabellenschlusslicht regelrecht festsetzt, aber immer dann wurden wichtige Spiele gewonnen.

Nach sieben Saisonspielen hatte der Deinster SV sensationelle 13 Punkte gesammelt – ein Traumstart für die Mannschaft von Trainer Sönke Kreibich. Es folgte eine beachtliche Negativserie, denn nach nunmehr 16 Partien stehen immer noch nur 13 Punkte auf der Habenseite. Größtes Manko war die Chancenverwertung. Wenn die Spieler ihre Chancen wieder besser in Tore ummünzen, kann der Klassenerhalt noch geschafft werden.

Erst 15 Spiele – und damit am wenigsten hat das Schlusslicht FC Wischhafen/Dornbusch absolviert. Nicht überraschend ist die Tatsache, dass die Mannschaft von der Kehdinger Fußball-Legende und Trainer Sven Hagenah gegen den Abstieg spielt – das war zu erwarten. Enttäuschend ist lediglich die Punkteausbeute, ein paar Zähler mehr hätten es schon sein müssen. Die Kehdinger müssen früh Punkte sammeln, um nicht den Glauben zu verlieren. Kurios: Der FC verlor die ersten fünf und die letzten fünf Spiele, blieb in den fünf Begegnungen dazwischen ungeschlagen und holte dabei elf Punkte.

Quelle: www.tageblatt.de